TV-ERZIEHUNG

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DEFINITION

Unter TV-Erziehung versteht man im BDSM-Kontext eine Form der Erziehung, bei der eine submissive Person vom dominanten Part (Dom/Domina) dazu angeleitet oder gezwungen wird, Kleidung, Gestik, Sprache oder Verhalten des jeweils anderen Geschlechts anzunehmen. Der Begriff TV leitet sich von „Transvestit“ ab, also einer Person, die Kleidung trägt, die traditionell dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird.

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PRINZIPIEN

Der Ausdruck entstand in der deutschsprachigen BDSM- und Fetischszene der 1970er- und 1980er-Jahre, als der Begriff Transvestit noch gängig war. Heute wird stattdessen oft von Crossdressing, Gender Play oder Sissy Training gesprochen. Dennoch hat sich der Begriff TV-Erziehung in bestimmten Subkulturen gehalten und beschreibt dort ein Rollenspiel, das zwischen Disziplin, Demütigung und Identitätserforschung angesiedelt sein kann.

Beschreibung

Bei der TV-Erziehung wird der Sub häufig durch Kleidung, Kosmetik und Verhalten in eine bestimmte Rolle gedrängt:

  • Kleidung: Tragen von Röcken, Kleidern, Dessous oder High Heels.

  • Körperpflege: Rasur, Make-up, Perücken, Schmuck.

  • Verhalten: Üben von weiblicher Körpersprache, Gangart oder Stimmlage.

  • Rituale: Präsentieren vor Dom, Ausführen typischer „Frauenrollen“ (z. B. Haushaltsarbeiten, Servieren).

Für manche Paare steht im Vordergrund, Geschlechterrollen spielerisch zu hinterfragen oder bewusst zu brechen. Für andere ist es eher ein Element der Erniedrigung oder Zwangserziehung.

Psychologische Wirkung

  • Für Sub: Erleben von Kontrollverlust, Erniedrigung oder Tabubruch; gleichzeitig kann auch Neugier, Lust am Ausprobieren oder Selbstfindung eine Rolle spielen.

  • Für Dom: Möglichkeit, Macht auszuüben, Normen zu brechen und Sub in eine ungewohnte, oft intime Rolle zu zwingen.

  • Ambivalenz: Für manche Subs ist es zugleich erotisch und beschämend – was den Reiz noch verstärkt.

RISIKEN

  • Psychische Risiken: Schamgefühle, Identitätskonflikte, Verstärkung von Unsicherheiten in Bezug auf Geschlecht und Selbstbild.

  • Soziale Risiken: Gefahr von Bloßstellung, wenn Fotos/Videos ohne Absprache genutzt oder Szenen nach außen getragen werden.

  • Beziehungsebene: Missverständnisse, wenn nicht klar abgesprochen wird, ob es sich um Rollenspiel oder eine echte Identitätsfrage handelt.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

  • Kleidung und Accessoires (Dessous, Damenbekleidung, Perücken, Make-up)

  • Spiegel oder Kameras (zur Kontrolle oder Demütigung)

  • Möbel oder Utensilien für typische „Rollenaufgaben“ (z. B. Küchenschürze, Putzutensilien)

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ANWENDUNGS INFORMATION

  • Die TV-Erziehung sollte ausschließlich im Konsens erfolgen – Zwang außerhalb klarer Absprachen kann seelisch verletzend wirken.

  • Es ist wichtig, zwischen Spiel und Identität zu unterscheiden: Nicht jeder Sub, der TV-Erziehung erotisch findet, identifiziert sich als trans oder crossdresser.

  • Ein Safeword und offene Kommunikation sind unerlässlich.

Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1

Ein Dom ordnet an, dass sein Sub sich für einen Abend vollständig in Damenkleidung kleidet, Make-up aufträgt und ihn als „seine Maid“ im Haushalt bedienen muss.

Beispiel 2

Eine Domina zwingt ihren Sub, High Heels zu tragen und weibliche Gangarten zu üben. Jede Unsicherheit wird mit einer zusätzlichen Übung oder kleinen Strafe belegt.

Beispiel 3

Im Rahmen eines Rollenspiels muss der Sub in Frauenkleidung auf einer Fetisch-Party erscheinen und wird dort öffentlich präsentiert.

Fazit

Die TV-Erziehung ist ein Rollenspiel innerhalb des BDSM, das stark mit Geschlechterrollen, Tabus und Machtdynamiken spielt. Sie kann sowohl erniedrigend als auch befreiend erlebt werden. Entscheidend sind klare Absprachen, respektvoller Umgang und Sensibilität für psychologische Auswirkungen.

LITERATUR

  • Dossie Easton & Janet W. Hardy: The New Bottoming Book (2001)
    Erhältlich bei Amazon und im Fachbuchhandel.

  • Margot Weiss: Techniques of Pleasure: BDSM and the Circuits of Sexuality (2011)
    Englischsprachiges Fachbuch, erhältlich über Barnes & Noble sowie Amazon.

  • Gloria Brame: Different Loving: The World of Sexual Dominance and Submission (1993, Neuauflage 2017)
    Ein Standardwerk über BDSM und sexuelle Vielfalt. Erhältlich über Thalia.de, Amazon und im internationalen Buchhandel.

  • Anne Lawrence: Men Trapped in Men's Bodies: Narratives of Autogynephilic Transsexualism (2007)
    Ein eher wissenschaftliches Werk über Transvestitismus und Genderrollen. Erhältlich über SpringerLink sowie Amazon.

URSPRUNG

Der Ausdruck entstand in der deutschsprachigen BDSM- und Fetischszene der 1970er- und 1980er-Jahre, als der Begriff Transvestit noch gängig war. Heute wird stattdessen oft von Crossdressing, Gender Play oder Sissy Training gesprochen. Dennoch hat sich der Begriff TV-Erziehung in bestimmten Subkulturen gehalten und beschreibt dort ein Rollenspiel, das zwischen Disziplin, Demütigung und Identitätserforschung angesiedelt sein kann.

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