EROTIC WRESTLING

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DEFINITION

Erotic Wrestling beschreibt im BDSM ein einvernehmliches, spielerisches Ringen zweier oder mehrerer Personen, bei dem physische Kraft, Kontrolle, Dominanz und Nähe im Vordergrund stehen. Ziel ist nicht der sportliche Wettkampf, sondern das Erleben von Macht, Körperkontakt, Spannung und spielerischer Unterwerfung.

Erotic Wrestling ist eine körpernahe BDSM-Praktik, die Elemente aus Ringen, Grappling und spielerischem Kräftemessen mit erotisierten oder dominanzbezogenen Dynamiken verbindet. Anders als beim sportlichen Wrestling geht es nicht um Wettkampf oder technische Punkte, sondern um Machtwechsel, physische Präsenz, Körperkontakt und das Erleben von Dominanz und Submission.

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PRINZIPIEN

Prinzipien im BDSM (bezogen auf Erotic Wrestling)

  • SSC – Safe, Sane, Consensual: absolute Grundlage für körperliche Praktiken

  • RACK – Risk Aware Consensual Kink: Bewusstsein über Verletzungsrisiken

  • Informierter Konsens: gesundheitliche Infos und körperliche Belastbarkeit müssen offen sein

  • Metakonsens: falls Überwältigung Teil des Spiels ist

  • Respektvolle Führung: Der dominante Part trägt hohe körperliche Verantwortung

  • Körperliche Empathie: Reaktionen laufend beobachten

  • Aftercare als fester Bestandteil

RISIKEN

Erotic Wrestling birgt vor allem körperliche Risiken:

  • Gelenkverletzungen: Verdrehungen, Zerrungen, Verstauchungen

  • Nacken-/Rückenverletzungen: durch falsche Hebel oder Überdehnung

  • Sturz- und Aufprallrisiken: besonders auf hartem Boden

  • Atemprobleme: bei unkontrolliertem Druck auf Brust oder Zwerchfell

  • Überhitzung/Überlastung: bei hoher körperlicher Intensität

  • Erschöpfung: kann die Konzentration und Sicherheit stark beeinträchtigen

Emotionale Risiken:

  • ungewollte Überwältigung

  • Kontrollverlust ohne Vorbereitung

  • Angst- oder Panikreaktionen bei körperlicher Dominanz

Deshalb gilt:

  • niemals ohne Safeword / Handzeichen

  • niemals am Hals würgen oder übermäßig drücken

  • keine Würfe, die für Ungeübte gefährlich sind

  • Stoppen, wenn Schmerzen, Atemnot oder „Spots“ auftreten

  • kein Alkohol, keine Substanzen, kein Übermut

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Untergrund

  • Matten (Judo-/Grapplingmatten)
  • dicker Teppich
  • Bettfläche

 

Kleidung

  • bequeme Sportkleidung
  • Wrestling- oder Grappling-Shorts
  • eng anliegende Shirts (verhindern Verknoten)

 

Sicherheitsausrüstung

  • Knieschoner
  • Mundschutz (optional)
  • Wasser zur Hydration

 

Hilfsmittel für die Szene

  • Timer
  • Musik zur Strukturierung
  • vorher definierte Positionskarten (für Trainingsdynamik)

 

Aftercare-Ausrüstung

  • Decke
  • Getränk
  • Kühlpack bei Muskelüberlastung

AUSRÜSTUNG KAUFEN

ANWENDUNGS INFORMATION

Dauer/Intensität

  • Dauer: Variabel – von wenigen Minuten bis zu längeren, rundenbasierten Szenarien.

  • Intensität: Reicht von spielerisch-sinnlich (z. B. sanftes Raufen) bis roh und kraftvoll (z. B. Dominanzkampf).

Eignung

  • Geeignet für: Menschen mit Freude an körperlicher Nähe, Dominanzspielen, Körperkontakt oder animalischem Spielverhalten.

  • Weniger geeignet für: Personen mit körperlichen Einschränkungen, Schmerzen beim Druckkontakt oder traumatischer Gewalterfahrung.

Vorbereitung

  • Einvernehmliche Absprachen: Tabus, Stoppsignale, erlaubte Techniken.

  • Aufwärmen: Körperliche Dehnung und Mobilisierung zur Verletzungsprävention.

  • Raumvorbereitung: Polsterung, Abgrenzung, Schutz vor Stürzen.

  • Konsensuelles Mindset: Erotic Wrestling ist kein Wettkampf, sondern ein sinnliches Spiel.

Aftercare

  • Körperliche Fürsorge: Kühlen, Streicheln, Massage bei Verspannungen.

  • Emotionale Verarbeitung: Gespräch über Dominanzgefühl, Kontrollverlust, Lust oder Unbehagen.

  • Versorgung kleiner Verletzungen: Kratzer, blaue Flecken ggf. behandeln.

Sicherheitshinweise

  • Keine gefährlichen Hebel, Tritte oder Haltegriffe an Hals oder Gelenken.

  • Vermeidung echter Würgetechniken, außer von erfahrenen Personen mit Kenntnis von Atemkontrollspiel.

  • Stoppzeichen oder Tap-out vereinbaren (z. B. dreimaliges Klopfen).

  • Körperliche Signale ernst nehmen: Erstarren, Zittern, Weinen können Hinweise auf Überforderung sein.

Erotic Wrestling kann in verschiedenen Varianten stattfinden:

  • Soft Wrestling: sanftes Ringen, wenig Kraftaufwand, Fokus auf Nähe.

  • Power Wrestling: intensiveres Kräfte-Messen, dennoch kontrolliert.

  • Dominance Wrestling: ein Part dominiert klar, fixiert oder immobilisiert.

  • Competitive Play: beide ringen spielerisch um die Oberhand, ohne ernsthafte Konkurrenz.

  • Grappling-ähnliche Positionen: Haltegriffe, kontrollierende Positionen, Fixierungen.

Wichtige Rahmenbedingungen:

  • Vorgespräch: Tabus, Kraftintensität, No-Go-Bereiche (Hals, Wirbelsäule, Gelenke).

  • Aufwärmen: leichte Bewegung zum Schutz der Muskulatur.

  • Sicherer Boden: Teppich, Matte oder Bettfläche.

  • Klarer Rahmen: Dauer, Intensität, "Go slow" - Regel für riskante Bewegungen

  • Safeword und Nonverbale Signale: Da Sprechen manchmal schwierig ist, Handzeichen vereinbaren.

  • Pausen: bei Erschöpfung, Herzrasen oder Schwindel sofort unterbrechen.

Nach einer Wrestling-Szene sind Körper und Nervensystem stark aktiviert — deshalb ist Aftercare besonders wichtig.

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • „Das SM-Handbuch“ – Matthias T. J. Grimme
  • „Die Wahl der Qual“ – Passig & Strübel

URSPRUNG

Der Begriff „Erotic Wrestling“ hat keinen BDSM-ursprünglichen Hintergrund, sondern kommt aus einer Mischung aus traditioneller Ringerkultur, Fetischentwicklung und später der professionellen Fetisch-Pornografie. Erst danach wurde er Stück für Stück in BDSM-Kontexte integriert. Der Ursprung lässt sich gut in mehreren Schritten erklären:

Kurz gesagt: Woher kommt der Begriff?

Ursprung:

Aus erotisierten Kampfsport-Fantasien und Fetischmagazinen des 20. Jahrhunderts, NICHT aus BDSM.

Weiterentwicklung:

Professionelle Fetischstudios in den 1980ern/90ern machten den Begriff populär.

Übernahme in BDSM:

Durch Online-Communitys und die Erkenntnis, dass Grappling und Machtkampf perfekt in D/s-Dynamiken passen.

Heute:

Ein fester Begriff für körperbetonte Dominanzspiele innerhalb und außerhalb des BDSM.

VERWANDTE BEGRIFFE

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