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Epilog bezeichnet im BDSM den bewusst gestalteten Abschluss einer Session, in dem beide oder alle Beteiligten gemeinsam aus der Rollendynamik zurückkehren, die Szene emotional verarbeiten, Stabilität herstellen und die Erfahrung abschließen. Er ist der Gegenpol zum Prolog und Teil des strukturierten BDSM-Ablaufs.
Der Epilog ist ein integraler Bestandteil vieler BDSM-Dynamiken und bildet das offizielle Ende einer Session. Während der Prolog den Einstieg, die Rollenfindung und die Vorbereitung umfasst, dient der Epilog dazu, die Szene weich zu beenden, psychische Übergänge zu begleiten, Verantwortung zu zeigen und die Beteiligten in ihre Alltagsidentität zurückzuführen.
SSC – Safe, Sane, Consensual
Der Epilog sichert die psychische Gesundheit und schließt die Szene verantwortungsvoll ab.
RACK – Risk Aware Consensual Kink
Bewusstheit über emotionale Risiken nach intensiven Erlebnissen.
Informierter Konsens
Epilog und Aftercare werden vorab besprochen, damit Erwartungen klar sind.
Emotionale Verantwortung
Der dominante Part übernimmt Leitung, aber beide tragen zur Stabilisierung bei.
Transparenz
Gefühle, Unsicherheiten und Reaktionen werden offen angesprochen.
Aftercare-Integration
Der Epilog überschneidet sich häufig mit der Aftercare, ist aber nicht identisch – er umfasst auch Reflexion und Abschluss.
Ein fehlender oder unzureichender Epilog kann zu verschiedenen Risiken führen:
Sub-Drop oder Dom-Drop: emotionale Abstürze durch Adrenalinabfall
psychische Destabilisierung: Schamgefühle, Unsicherheit, Überreizung
Beziehungsirritationen: Missverständnisse oder unausgesprochene Gefühle
körperliche Probleme: Dehydration, Muskelspannung, Kreislaufbelastung
fehlende Integration: Erfahrungen bleiben „unabgeschlossen“ und wirken nach
Sichere Gestaltung bedeutet:
auf Körpersprache achten
emotionalen Zustand ernst nehmen
nicht zu früh in Alltagsgespräche springen
ruhige Umgebung schaffen
ausreichend Zeit einplanen
kein abruptes Verlassen der Szene
Zur körperlichen Beruhigung:
Für Pflege & Regeneration:
Für emotionale Stabilisierung:
Für Nachbereitung:
Kurzform: 5–15 Minuten direkt nach der Session oder am Folgetag
Ausführlich: Ausgedehnte Gespräche, schriftliche Reflexion, Follow-Up nach mehreren Tagen
Geeignet für: Alle Formen von BDSM-Praktiken – besonders bei emotional intensiven, neuen oder grenznahen Erfahrungen.
Nicht zu empfehlen: als Ersatz für notwendige Aftercare – der Epilog ergänzt, ersetzt aber nicht körperliche oder emotionale Fürsorge.
Bereits vor der Session kann vereinbart werden, wann und wie ein Epilog stattfindet (z. B. „Am nächsten Tag bei Kaffee“).
Reflexionshilfen vorbereiten: Fragen, Feedbackmethoden, Notizen zur Session
Aftercare: Direkt nach der Session, körperlich-emotional
Epilog: Nachfolgend, kommunikativ-reflektierend
Keine emotionalen Vorwürfe im „Hitzezustand“ – falls nötig, Epilog vertagen
Emotionale Reaktionen ernst nehmen, auch wenn sie unerwartet auftreten
Feedback als gemeinsames Wachstumspotenzial verstehen – nicht als Schuldzuweisung
Ein Epilog kann je nach Dynamik, Beziehung und Szene sehr unterschiedlich aussehen. Typische Elemente sind:
Rollenauflösung:
bewusste Beendigung der D/s-Rolle („Du bist jetzt wieder [Name]“)
Aufheben von Befehlen, Regeln oder ritualisierten Positionen
Körperliche Versorgung:
Wasser, Tee, leichte Getränke
Decke, Wärme, ruhige Umgebung
Pflege von Haut oder Fesselmärkchen
Emotionale Zuwendung:
Nähe, Berührung, Kuscheln
ruhiges Atmen
Blickkontakt ohne Rollenspannung
Reflexionsgespräch:
Was hat gut funktioniert?
Was könnte angepasst werden?
Welche Gefühle sind aufgetreten?
Dokumentation (optional):
Notieren von Grenzen, Reaktionen oder Wünschen für die Zukunft
Viele Paare nutzen den Epilog, um die Session ganz bewusst „sanft zu schließen“, damit kein abrupter Stimmungswechsel entsteht.
Empfohlene Literatur:
Der Begriff „Epilog“ stammt aus der Literatur und bezeichnet das abschließende Kapitel oder Nachwort. Im BDSM wurde er übernommen, um den bewussten Ausklang einer intensiven Szene oder Dynamik zu benennen – insbesondere dort, wo Reflexion über das Erlebte erwünscht oder notwendig ist.
Kurz gesagt: Ursprung von „Epilog“ im BDSM
Ursprung:
Antike Dramentheorie → Literatur und Theater
(„Epilog“ = Abschluss einer Geschichte)
BDSM-Übernahme:
Durch szenische Beschreibungen und Roleplay-Kultur (ab ca. 2000er)
Warum:
Weil Sessions oft wie Geschichten aufgebaut sind und einen „endenden“ Teil brauchen, der nicht Aftercare ist.
Besonderheit:
Der Begriff wird fast ausschließlich im deutschsprachigen BDSM verwendet.
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