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Encasement bezeichnet eine BDSM-Praktik, bei der der gesamte Körper einer Person vollständig in ein eng anliegendes Material gehüllt oder eingeschlossen wird. Ziel ist es, Bewegung stark einzuschränken, Sinneseindrücke zu verändern oder ein Gefühl von totaler Kontrolle und Hingabe zu erzeugen. Typische Materialien sind Latex, PVC, Spandex, Leder, Gummi oder Stretchfolie. Die Praxis kann erotisch, psychologisch oder fetischistisch motiviert sein.
Encasement ist häufig Teil von Bondage, Total Power Exchange, Sensory Play oder Objektifizierung und kann mit anderen Elementen wie Atemkontrolle, Maskierung oder Isolation kombiniert werden.
SSC – Safe, Sane, Consensual
Sicherheit und mentale Stabilität sind hier besonders wichtig.
RACK – Risk Aware Consensual Kink
Encasement gilt als risikobehaftet und muss bewusst und informiert gewählt werden.
Informierter Konsens
Atmung, Bewegungsrestriktion und Panikgefahr müssen vorher besprochen werden.
Metakonsens
Falls Encasement Teil von Objektifizierung oder Extremdynamiken ist.
Körpersicherheitsprinzip
Niemals die Person unbeaufsichtigt lassen — keine Ausnahmen.
Aftercare-Pflicht
Nach Immobilisation braucht der Körper Zeit zur Re-Regulierung.
Encasement bringt besondere Risikofaktoren mit sich:
Überhitzung / Wärmestau
Atemprobleme
Kreislaufprobleme
eingeschränkte Beweglichkeit → Verletzungsgefahr
Druckstellen, Taubheitsgefühl, Durchblutungsstörungen
Materialallergien (Latexallergie!)
Panik durch Immobilisation
Gefühl von Ausgeliefertheit oder Kontrollverlust
Flashbacks (v. a. bei Klaustrophobie)
Übererregung oder Überwältigung
Latex-/Rubber-/Neoprenanzüge
Stretch- oder Lycra-Suits
Bondage-Säcke
Folien (Haushaltsfolie, Industriefolie)
Zippersuits
Vacuum Bed (nur für Profis mit Erfahrung!)
sichere Scheren / Rescue-Cutter
Temperaturkontrollen (Kühlpacks, Ventilator)
Handtücher, Unterlagen, Gleitspray
Aftercare-Material:
Wasser
Decke
leichte Snacks
Sitz- oder Liegeplatz
Anfänger:innen: Kurze Sessions (15–30 Minuten), offene Bereiche für Gesicht und Hände empfohlen.
Fortgeschrittene: Längere Sessions, ggf. in Kombination mit sensorischer Deprivation oder Machtspielen.
Geeignet für: Personen mit Fetischinteresse an Latex/Gummi, Kontrollverlust, Immobilisierung oder Objektifizierung.
Weniger geeignet für: Menschen mit Angst vor Enge, Atemwegserkrankungen oder Kreislaufproblemen.
Einvernehmliche Absprache der Begrenzungen, Safewords oder Notfallzeichen.
Raumtemperatur und Belüftung beachten.
Material vorher testen (z. B. Allergien gegen Latex).
Wasser, Sicherheitsschere und Notfallplan bereithalten.
Sanftes Auspacken, ggf. Unterstützung beim Entfernen enger Kleidung.
Hautpflege (besonders nach Verwendung von Latex oder Stretchfolie).
Beruhigendes Gespräch, ggf. Kuscheln oder Decken, um psychischen Stress abzubauen.
Nie unbeaufsichtigt! Encasement ist ein Spiel mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit – ständige Überwachung ist Pflicht.
Atemwege immer freihalten, es sei denn, Atemkontrolle ist Teil des Spiels – in diesem Fall mit hoher Vorsicht und Fachkenntnis.
Temperaturregulierung beachten, insbesondere bei Latex und Gummi.
Auf Anzeichen von Unwohlsein achten (z. B. Zittern, Kurzatmigkeit, Panik).
Sofortige Befreiungsmöglichkeit (Schere, Cutter mit Schutzkante)
Kein Encasement im Gesicht für Anfänger
Regelmäßig nachfragen / Körpersprache beobachten
Zeitliche Limitierung (kurze Sessions zu Beginn)
Diese Praktik ist intensiv und sollte behutsam erlernt werden.
Encasement: Die Faszination für Verhüllung und Immobilisierung findet sich schon in frühen Fetischdarstellungen (z. B. Gummi-Fetischismus, Mumifizierung). Als eigenständige BDSM-Praktik gewann Encasement besonders im 20. Jahrhundert durch Fetischmagazine und Latex-Subkulturen an Popularität.1. Ursprung: Latexfetisch & Ganzkörperverhüllung (1940er–1960er)
Der Begriff Encasement stammt ursprünglich aus der Latex- und Rubber-Fetischszene, die älter ist als moderne BDSM-Begriffe.
Schon in der Mitte des 20. Jahrhunderts existierten Magazine und „Rubberist“-Clubs in Großbritannien und den USA.
1940er–1960er Rubber- und Latex-Fetischszene (UK/USA).
Immobilisation & Bondage-Techniken (1960er–1980er).
Professionelle Fetischstudios & Magazine (1980er–1990er).
Mit Internet-BDSM-Kultur (ab 1990er).
Seit den frühen 2000ern in deutschsprachigen BDSM-Communities.
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