FUSSFETISCHISMUS

Teilen:

DEFINITION

Fussfetischismus ist eine sexuelle Vorliebe oder Fixierung auf Füße, bei der das Betrachten, Berühren, Riechen, Lecken oder Verehren von Füßen eine zentrale Rolle für die Erregung spielt. Dabei kann der Fokus auf bestimmte Aspekte liegen, z. B. Zehen, Fußsohlen, Nägel, Geruch oder das Tragen von Schuhen und Strümpfen. Fußfetischismus zählt zu den häufigsten erotischen Fetischen weltweit.

Auf der Suche nach gleichgesinnten oder weiterführenden Austausch?

PRINZIPIEN

Auch beim Fußfetischismus gelten die grundlegenden ethischen Leitprinzipien des BDSM:

SSC – Safe, Sane, Consensual

Einvernehmlichkeit und Sicherheit stehen an erster Stelle, insbesondere bei härteren Praktiken wie Trampling oder Druckspielen.

RACK – Risk Aware Consensual Kink

Bewusstes Abwägen körperlicher Risiken, z. B. bei Sprunggelenkbelastung, Dengeln oder hartem Auftreten.

PRICK – Personal Responsibility, Informed, Consensual Kink

Transparente Kommunikation über Erwartungen, hygienische Aspekte, Nähe zu Körpergerüchen und Grenzen.

RISC (optional)

Reflektierter Umgang mit emotionalen Triggern, insbesondere bei Erniedrigungs- oder D/s-Elementen.

RISIKEN

  • Scham oder Tabugefühle bei fehlender Akzeptanz

  • Gesundheitliche Risiken (z. B. bei Kontakt mit ungepflegten oder verletzten Füßen)

  • Missverständnisse in Partnerschaften, wenn der Fetisch nicht offen kommuniziert wird

  • Stigmatisierung durch Außenstehende (besonders Männer mit Fußfetisch werden häufig karikiert)

Fußfetischismus ist in der sanften Form risikoarm, doch es gibt Bereiche, die Aufmerksamkeit benötigen:

  • hygienische Aspekte (Pilzinfektionen, kleine Verletzungen, offene Stellen)

  • Verrenkungen bei ungeübten Positionen

  • Druckstellen oder Prellungen beim Trampling

  • Atemprobleme bei Face-To-Foot-Situationen

  • Stolper- oder Rutschgefahr, besonders bei Absätzen

  • emotionale Grenzüberschreitungen bei Erniedrigungsszenarien

Vorgespräche, Safewords und regelmäßige Feedbackschleifen sind empfehlenswert.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Fußfetischismus eignet sich sowohl ohne als auch mit Equipment. Je nach Spielart können folgende Dinge hilfreich sein:

  • weiche Unterlagen oder Matten

  • Cremes, Öle, Peelings

  • Handschuhe für spezielle Pflege

  • Fesseln, um Positionen zu stabilisieren

  • Socken, Nylons, Strümpfe

  • High Heels, Ballerinas, Stiefel oder Sneaker

  • Fußschemel, Polster oder Kneeling Pads

  • Reinigungsutensilien (Wasser, Tücher)

  • bei Trampling: rutschfeste Unterlagen, ggf. Schuhe mit geeigneten Sohlen

AUSRÜSTUNG KAUFEN

ANWENDUNGS INFORMATION

Dauer/Intensität

  • Reicht von gelegentlicher Einbindung (z. B. beim Vorspiel) bis zu stark ausgeprägtem Fetischismus

  • Kann in Szenen Mittelpunkt der gesamten Handlung sein oder Teilaspekt (z. B. im Rahmen von Femdom oder Pet Play)

Eignung

  • Geeignet für: Menschen mit starker visueller, taktiler oder olfaktorischer Lust auf Füße; in D/s-Dynamiken auch für devote Spielpartner:innen

  • Nicht geeignet für: Personen mit starker Abneigung gegen Füße oder hygienebezogene Trigger

Vorbereitung

  • Fußpflege (Waschen, Schneiden, Cremen, ggf. Pediküre)

  • Kommunikation über Wünsche und Tabus (z. B. Lecken, Riechen, Anfassen erlaubt?)

  • Optional: Rollenverteilung klären (z. B. „Fußsklave“, „Herrin“)

Aftercare

  • Körperlich: Pflege der Füße (nach Lecken, Trampling etc.)

  • Emotional: Austausch über Erregung, Scham, Lust

  • Bei längeren Szenen: evtl. Eincremen, Ausruhen, Zuwendung

Sicherheitshinweise

  • Keine Berührungen bei offenen Wunden, Fußpilz oder Entzündungen

  • Bei Geruchsspiel: nur bei guter Verträglichkeit und Zustimmung

  • Grenzen und Hygiene ernst nehmen, auch wenn das Spiel als erniedrigend angelegt ist

Praktiken im Kontext von Fußfetischismus können unter anderem folgendes beinhalten:

  • Fußverehrung (Kuss, Lecken, Saugen)

  • Massagen und Pflegehandlungen

  • Tragen oder Entfernen von Schuhen als Ritual

  • Reinigen oder Waschen der Füße

  • Trampling (leicht bis hart, je nach Absprache)

  • Fußduft- und Schweißfetisch

  • Spielen mit Socken, Strümpfen, Nylons, Schuhen oder Stiefeln

  • der submissive Part kniet oder liegt zu Füßen der dominanten Person

  • Dominanzsignale wie Befehle, auf den Fuß zu warten oder ihn zu präsentieren

D/s-Dynamiken entstehen dabei häufig durch:

  • Positionierung des submissiven Parts zu Boden

  • symbolische Überhöhung der Füße als verehrtes Körperteil

  • Nähe zu Macht, Kontrolle und Demut

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • W. Hartmann: Lustschmerz und Machtspiele – Einführung in BDSM, 2009.
  • Matthias Grimme: Das SM-Handbuch, Charon-Verlag.
  • H. Molitor: Fetischwelten: Körper, Objekt und Erotik, 2015.
  • Jay Wiseman: SM 101: A Realistic Introduction
  • Dossie Easton & Janet Hardy: The New Topping Book

URSPRUNG

Darstellungen erotisch aufgeladener Füße gibt es bereits in der Antike, etwa in griechischer und römischer Kunst. In der Psychologie wurde Fußfetischismus im 19. Jahrhundert u. a. von Sigmund Freud thematisiert, der ihn als Symbol für Verdrängung oder Umdeutung sah. Heute gilt Fußfetischismus nicht als psychische Störung, sondern als sexuelle Neigung im breiten Spektrum menschlicher Lust.

Er kann sowohl alleinstehend ausgelebt werden (z. B. in der Masturbationsfantasie) als auch Teil von BDSM-Praktiken sein, etwa in Form von Fußanbetung (Foot Worship), Trampling, Service Submission, Femdom-Szenarien oder Erniedrigungsspielen.

Kurz gesagt: Woher stammt der Begriff „Fußfetisch / Fußfetischismus“?

Wissenschaftlicher Ursprung:

Sexualforschung des 19. Jahrhunderts (Krafft-Ebing, Freud).

Sprachlicher Ursprung:

Fetischismus = Übersteigerte Bedeutung eines Gegenstands oder Körperteils.

Kulturelle Wurzeln:

Erotisierte Fußsymbolik seit der Antike (Ägypten, Griechenland, Asien, Europa).

Populäre Verbreitung:

Erotische Literatur & Pornografie des 20. Jahrhunderts.

BDSM-Übernahme:

Ab den 1980er–2000er Jahren wegen Passung zu D/s und Schmerz-/Ritualspielen.

VERWANDTE BEGRIFFE

TransparenzHinweis:

Manche Links in diesem Wiki sind Affiliate-Links. Ein Kauf über diese Links kostet dich keinen Cent mehr, hilft aber dabei, unsere Community und die Erstellung neuer Inhalte zu unterstützen. Danke, dass du unser Projekt mitträgst.

Please login to use this feature.

Unser Ziel ist es, Menschen bestmöglich zu unterstützen. Dieses Prinzip bildet die Grundlage unseres Handelns und ist der Schlüssel zum Erfolg – besonders in der Welt von BDSM, Vertrauen und Wachstum.

MENU:

KONTO

Einloggen oder anmelden