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Bastonade ist eine Form der körperlichen Bestrafung, bei der gezielte Schläge auf die Fußsohlen verabreicht werden. In BDSM-Kontexten wird diese Praxis kontrolliert und konsensuell als eine Form von Schmerzerotik (Pain Play) angewandt. Sie kann sowohl mit der Hand als auch mit Instrumenten wie Stöcken, Ruten oder speziellen Schlagwerkzeugen durchgeführt werden. Bastonade gilt als intensive Praxis, da die Fußsohlen besonders empfindlich sind.
Die Bastonade ist ein intensives, erotisches oder disziplinarisches Element, das im BDSM häufig als Strafspiel, Schmerzritual oder kulturell inspiriertes Play verwendet wird.
SSC (Safe, Sane, Consensual)
Besonders wichtig, da es sich um eine potenziell sehr schmerzhafte Praxis handelt.
RACK (Risk Aware Consensual Kink)
Noch zutreffender, da Bastonade bewusst mit intensiven Reizen und Risiken arbeitet.
Einvernehmlichkeit, Kontrolle, Kommunikation sind essenziell.
Physische Risiken
Hämatome
Reizungen der Plantarsehne
Prellungen der Mittelfußknochen
Schmerzen beim Gehen
Risiko für Faszien-Überdehnung
Schwellungen oder Blutergüsse
Emotionale Risiken
Überforderung
ungewollte Assoziationen (v. a. wegen der historischen Gewaltkonnotation)
Psychische Risiken
Reaktivierung alter Traumata (wenn nicht vorher besprochen)
Demütigung kann intensiver wirken als geplant
Soziale Risiken
Spuren oder Gangbildveränderungen können auffallen
Je nach Intensität variiert das Equipment:
Schlaginstrumente
dünne Ruten oder Stöcke
Bambusstäbe
Paddel
Gerte
flache Holzstäbe
flexible Kunststoffstöcke
Bondage & Positionierung
Fesseln (Leder oder Seil)
Spreizstange
Fußfesseln
Bondage-Bock, Bettkante oder Stuhlkonstruktion
Yogagurt oder Fußfixierband
Sicherheit & Pflege
Kühlpads oder Eis zur Nachbehandlung
Desinfektionsspray (bei offenen Stellen oder Irritationen)
Einlegesohlen/Polster zur Belastungsreduktion nach intensiven Szenen
Massageöl zur Regeneration der Fußmuskulatur
Dauer/Intensität:
Für Anfänger: Kurze Sessions mit leichten Schlägen, in enger Kommunikation
Für Fortgeschrittene: Längere Sessions, strukturierte Rituale, variierende Schlagstärken
Eignung:
Geeignet für: Fortgeschrittene oder erfahrene BDSM-Praktizierende, die bereits mit Schmerzspielen vertraut sind
Weniger geeignet für: Anfänger ohne Erfahrung mit körperintensiven Praktiken oder Schmerzgrenzen
Vorbereitung:
Klare Absprache über Schmerzgrenzen, Safe Words oder Nonverbale Zeichen
Hygiene und Sicherheit des Werkzeugs prüfen
Positionieren der Füße für Stabilität und gute Kontrolle
Aftercare:
Kühlung oder sanftes Einreiben der Fußsohlen mit schmerzlindernder Salbe
Emotionale Begleitung, insbesondere bei intensiven Sessions
Erholung und kein längeres Stehen oder Laufen direkt im Anschluss
Sicherheitshinweise:
Niemals auf verletzte oder bereits vorgeschädigte Füße schlagen
Kommunikation während der Session aktiv aufrechterhalten
Sanftes Nachbereiten, auch bei vermeintlich „harten“ Subs
Wichtig:
Keine Schläge auf:
Knöchel
Zehen
Fersen
Schienbein
Außenseite des Fußes
Sprunggelenk
Empfohlene Literatur:
Die Bastonade hat eine lange und vielschichtige Geschichte, die tief in unterschiedliche kulturelle und historische Kontexte eingebettet ist. Ursprünglich war sie eine Form der körperlichen Züchtigung oder Folter, die auf die Fußsohlen zielte – ein Körperbereich, der empfindlich ist, aber in vielen Fällen keine sichtbaren Spuren im Alltag (z. B. bei Kleidung oder in der Öffentlichkeit) hinterlässt. Dies machte die Bastonade in repressiven Systemen besonders „attraktiv“ für Machtausübung mit geringer öffentlicher Sichtbarkeit.
Historische Kontexte:
1. Antikes China und Ostasien:
In verschiedenen Dynastien war Bastonade ein offizielles Strafmittel. Sie wurde in Gerichten und Verwaltungsstrukturen eingesetzt.
Es existierten klar definierte Grade und Protokolle für die Anwendung.
Verwendet wurden Bambus- oder Holzstäbe, oft mit abgestufter Schlagzahl in Abhängigkeit vom Vergehen.
2. Osmanisches Reich und Naher Osten:
Im Osmanischen Reich wurde die Bastonade (falaka) sehr verbreitet angewandt, sowohl in Gefängnissen als auch zur Disziplinierung von Soldaten oder Dienern.
Hier wurde oft eine spezielle Technik genutzt, bei der die Füße gefesselt und mit Seilen oder Stöcken geschlagen wurden.
Sie galt als effektive, aber „diskrete“ Methode der Bestrafung.
3. Europa (Mittelalter bis frühe Neuzeit):
Auch in europäischen Klöstern, Schulen oder Strafvollzugsanstalten kam Bastonade zum Einsatz, vor allem als Erziehungsmaßnahme.
Der Begriff „Bastonade“ stammt aus dem Französischen („bâton“ = Stock) und taucht in schriftlichen Quellen seit dem 17. Jahrhundert auf.
Besonders in autoritären Erziehungssystemen war sie eine Methode, um Gehorsam zu erzwingen.
4. Koloniale und autoritäre Systeme:
In kolonialen Verwaltungen (z. B. britisch-indische Straflager) wurde die Bastonade ebenfalls praktiziert.
Autoritäre Regime (z. B. während des 20. Jahrhunderts in diversen Staaten) nutzten die Methode als Folterinstrument, eben weil sie starke Schmerzen ohne schwer sichtbare Verletzungen verursachen konnte.
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