Teilen:
Subdrop bezeichnet einen emotionalen, mentalen oder körperlichen Tiefpunkt, den eine submissive oder empfangende Person (Sub, Bottom, Switch in Bottom-Rolle) nach einer BDSM-Session erleben kann. Er äußert sich z. B. durch Traurigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit, Kältegefühl oder Schuldgefühle und tritt meist einige Minuten bis Stunden (seltener Tage) nach der Szene auf.
Der Drop ist eine biopsychologische Reaktion auf den starken Hormonabfall nach einer intensiven Erfahrung, etwa durch Schmerzen, Endorphinrausch (Subspace), emotionale Hingabe oder Kontrollverlust.
SSC – Safe, Sane, Consensual
Einvernehmlichkeit und Transparenz vor der Session reduzieren die Wahrscheinlichkeit eines intensiven SubDrops.
RACK – Risk Aware Consensual Kink
Bewusstes Abwägen emotionaler Risiken ist wesentlich, da SubDrop häufig emotionaler als körperlicher Natur ist.
PRICK – Personal Responsibility, Informed, Consensual Kink
Alle Beteiligten müssen informiert sein, dass SubDrop auftreten kann. Verantwortungsbewusstes Nachsorgen ist essenziell.
RISC
Reflektierter Umgang mit emotionalen Triggern, besonders wichtig bei Szenen mit hoher psychologischer Intensität.
Sicherheit & Risiken
SubDrop ist ungefährlich, kann aber emotional belastend sein. Wichtig ist:
Psychische Faktoren
starke emotionale Schwankungen
Verlustgefühle
Zweifel an der Beziehung oder dem eigenen Verhalten
Scham- oder Schuldgefühle
depressive Verstimmung bei fehlender Betreuung
Körperliche Faktoren
Zittern
Kreislaufprobleme
Unterzuckerung
Kältegefühl oder Unwohlsein
Gefährlich wird SubDrop nur, wenn:
der submissive Part allein gelassen wird
keine Aftercare erfolgt
keine Kommunikation stattfindet
emotionale Trigger ignoriert werden
SubDrop ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale körperliche Reaktion.
SubDrop selbst benötigt kein spezielles Equipment, doch folgende Dinge unterstützen die Nachsorge:
Decken oder warme Kleidung
Getränke (Wasser, Tee)
Snacks (Schokolade, Nüsse, leichte Kohlenhydrate)
Pflegeutensilien (Wundsalbe, Lotion, beruhigende Öle)
ein ruhiger Raum
Handy oder Kommunikationskanal für Nachkontakt
eventuell vorbereitete Rituale oder Komfortobjekte
Eignung
Subdrop betrifft vorrangig:
submissive Personen
empfangende Rollen (Bottoms)
Switches nach passiver Session
Nicht jede:r erlebt ihn – aber alle, die tief in emotionale, körperliche oder psychologische Dynamiken eintauchen, können betroffen sein.
Vorbereitung
Vor der Session über Drop-Risiken sprechen
Aftercare im Vorfeld planen (z. B. Kuscheln, Rückzug, warme Decke)
Klare Kommunikation über Gefühle, Trigger und Bedürfnisse
Aftercare
Die wichtigste Maßnahme gegen Subdrop ist gezielte Nachsorge, z. B.:
Körperlich: Zudecken, Flüssigkeit, Snacks, Nähe
Emotional: Gespräche, Beruhigung, Lob, Rückversicherung
Psychologisch: Validierung („Du hast dich geöffnet – das war mutig“)
Bei starkem Drop: Geduld, ggf. mehrere Tage sanfter Umgang
Typische Symptome
emotionale Leere
Traurigkeit oder grundloses Weinen
Müdigkeit, Kältegefühl
innere Unruhe
Gefühl von „entfernt sein“ oder Dissoziation
Scham oder Zweifel
das Bedürfnis nach Nähe oder Rückzug
Wann tritt SubDrop auf?
nach besonders intensiven Pain-Play-Sessions
nach Rollenbrüchen in D/s-Dynamiken
nach Sessions, die starke Erniedrigung oder Machtverschiebung beinhalten
nach körperlicher Erschöpfung
bei unzureichender Aftercare
wenn emotionale oder körperliche Erwartungen übererfüllt oder untererfüllt wurden
Was hilft?
Nähe, Wärme, Zuwendung
Reden oder stille gemeinsame Zeit
Getränke, kleine Snacks
beruhigende Körperpflege oder Decke
Kontakt am nächsten Tag
Stabilisieren durch Rituale, Routinen und Wertschätzung
Empfohlene Literatur:
Der Begriff entstand innerhalb der BDSM-Community, vor allem in der US-amerikanischen Szene der 1980er/90er, parallel zur Erforschung von Subspace und Aftercare. Es wurde klar, dass submissive Personen nach einer Session nicht nur euphorisch, sondern auch emotional fragil oder „abgestürzt“ sein können. Subdrop wurde so als eigenständiges, wiederkehrendes Phänomen benannt.
Entstehung
Ende 1980er bis frühe 1990er in der US-Leder- und BDSM-Szene
Erste Erwähnungen in SM-Workshops, Pansexual-Gruppen, TES, Leather-Community
Fokus: emotionale Nachwirkungen, Hormonabfall, psychische Erschöpfung
Gründe für die Begriffsentstehung
Häufig beobachtete Symptome bei Subs:
Traurigkeit, Leere, Zittern, Erschöpfung, hormoneller Crash
Medizin hatte dafür keinen Begriff – Szene entwickelte eigenen
Verbreitung
1990er–2000er: Durch Workshops, Jay Wiseman (SM 101), Foren, Festivals
Ab 2000er: Internationaler Standardbegriff in
FetLife, BDSM-Ratgebern, Szene-Blogs, deutschsprachigen Foren
Heute weltweit anerkannter BDSM-Fachausdruck
Manche Links in diesem Wiki sind Affiliate-Links. Ein Kauf über diese Links kostet dich keinen Cent mehr, hilft aber dabei, unsere Community und die Erstellung neuer Inhalte zu unterstützen. Danke, dass du unser Projekt mitträgst.
Unser Ziel ist es, Menschen bestmöglich zu unterstützen. Dieses Prinzip bildet die Grundlage unseres Handelns und ist der Schlüssel zum Erfolg – besonders in der Welt von BDSM, Vertrauen und Wachstum.
Einloggen oder anmelden