SKINNY-FETISCH

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DEFINITION

Der Skinny-Fetisch beschreibt eine sexuelle Vorliebe für sehr schlanke, zierliche oder körperlich leichte Personen. Im BDSM kann dieser Fetisch eine besondere Dynamik erzeugen, da körperliche Fragilität, Zerbrechlichkeit und das sichtbare Körperprofil bestimmte Rollenbilder, Machtverhältnisse oder ästhetische Reize verstärken.

Der Skinny-Fetisch ist kein klassischer BDSM-spezifischer Begriff, sondern ein körperbezogener Fetisch, der in vielen sexuellen Szenarien vorkommt. Im BDSM erhält er eine zusätzliche Bedeutungsebene, weil die Körperkonstitution häufig Teil der Rollenverteilung, des Machtgefühls oder der ästhetischen Inszenierung ist.

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PRINZIPIEN

SSC – Safe, Sane, Consensual

Gesundheitliche Grenzen müssen berücksichtigt werden, besonders bei sehr schlanken Personen (Druckstellen, Kreislauf, Unterzuckerung).

RACK – Risk Aware Consensual Kink

Risiken werden bewusst akzeptiert und kommuniziert, insbesondere bei Bondage und Impact Play.

PRICK

Informed Consent ist besonders wichtig, da körperbezogene Fetische sensibel sein können.

RISC

Reflexion über psychologische Auswirkungen ist zentral, um Körperwahrnehmung und Selbstbild nicht negativ zu beeinflussen.

RISIKEN

Körperliche Risiken

  • Druckstellen bei Fesselungen

  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit

  • mögliche Kreislaufprobleme

  • schnelle Überreizung durch Impact Play

  • Unterkühlung durch geringen Körperfettanteil

Emotionale Risiken

  • Sensibilität gegenüber Körperkritik

  • Verzerrte Selbstwahrnehmung bei unachtsamer Kommunikation

  • Fetischisierung kann bei manchen Personen emotional belasten

Wichtige Hinweise

  • Keine Kommentare über Gewicht, wenn nicht einvernehmlich

  • Keine Ermutigung zu ungesundem Verhalten

  • Deutliche Kommunikation über Grenzen

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Allgemeine Ausrüstung

  • Seile für Bondage (japanisch oder westlich)

  • leichte Fesselsysteme

  • Fotolicht oder Inszenierungsutensilien

  • Massage- oder Pflegeutensilien

Für ästhetische Darstellung

  • Accessoires wie Bänder, Korsagen oder Schmuck

  • Körperöle, um Konturen zu betonen

  • leichte Kleidungsstücke, die Silhouette hervorheben

Für körperliche Sicherheit

  • Decken oder Polsterungen

  • Snacks oder Getränke, falls Kreislauf oder Energie abfallen

  • Erste-Hilfe-Set

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ANWENDUNGS INFORMATION

Dauer/Intensität

  • Kann von leichter Vorliebe bis zu ausschließlichem Begehrensmuster reichen

  • Teilweise mit weiteren Fetischen verbunden (z. B. Body Worship, Medical Play, Feeding – als Gegenteil)

Eignung

  • Geeignet für: Menschen, die schlanke Körper besonders anziehend finden oder selbst diese Körperform verkörpern wollen

  • Nicht geeignet für: Personen mit Neigung zu Essstörungen, Selbstabwertung oder gestörtem Körperbild ohne reflektierten Umgang

Vorbereitung

  • Offene Kommunikation über Wünsche und mögliche Grenzen (z. B. Körperkommentare, Gewichtsthemen)

  • Kein Druck auf Körperveränderung ausüben – Konsens bleibt zentral

Aftercare

  • Bei potenziellen emotionalen Triggern: Rückversicherung, emotionale Sicherheit, körperliche Akzeptanz betonen

  • Eventuell Wiedereinstieg in Selbstwertgefühle nach Fetischfokus

Sicherheitshinweise

  • Nicht mit realer Krankheitsverherrlichung (Pro-Ana etc.) vermischen

  • Auf Sprache und Sensibilität achten – z. B. bei Körperkommentaren

  • Reflektierter Umgang mit Körperidealen und medialer Prägung

Typische Szenarien

  • Körperverehrung (Anbetung von Taille, Brustkorb, Rücken, Knochenlinien)

  • Bondage, das körperliche Linien und Konturen betont

  • Passivitäts- oder Zerbrechlichkeitsfantasien

  • Rollenmodelle wie zart, elfenhaft, filigran

  • Fotografie oder ästhetische Inszenierung des Körpers

  • dominante Trage-, Fixierungs- oder Kontrollszenen

Psychologische Komponenten

  • Ästhetische Lust

  • Dominanz durch körperliche Überlegenheit

  • Fetischisierung von Fragilität

  • Subjektives Empfinden von Schutz oder Kontrolle

  • Objektifizierung (unter Einvernehmen)

Bezug zu D/s-Dynamiken

  • Kann Machtgefälle verstärken

  • Kann submissive Rollen betonen

  • Kann dominante Körperkontrolle erleichtern oder symbolisieren

  • Ist häufig verbunden mit visueller Fixierung auf Körperdetails

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • Matthias Grimme: Das SM-Handbuch, Charon-Verlag
  • H. Molitor: Fetischwelten: Körper, Objekt und Erotik
  • D. W. Pretorius: BDSM und emotionale Dynamiken
  • Jay Wiseman: SM 101: A Realistic Introduction
  • Janet W. Hardy & Dossie Easton: The New Bottoming Book

URSPRUNG

Der Ausdruck „Skinny-Fetish“ ist kein traditioneller BDSM-Begriff und wurde nicht von der BDSM-Szene geprägt.
Er stammt auch nicht aus der Lederkultur, den frühen SM-Clubs oder der klassischen BDSM-Terminologie der 1970er–1990er.

Der Begriff ist vielmehr ein moderner, körperbezogener Fetischbegriff, der später in BDSM-Kontexte übernommen wurde.

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