MDLG

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DEFINITION

MDLG ist eine spezifische Form einer "CGL-Beziehung (Caregiver/Little)", in der die dynamische Beziehung zwischen einer „Mommy Dom“ (weiblich oder weiblich/ identifizierte dominante Person) und einer „Little Girl“-Person (die eine submissive Rolle einnimmt) besteht.

BESCHREIBUNG

MDLG steht für „Mommy Domme / Little Girl“ und beschreibt eine Beziehung oder dynamische Rollenkonstellation, in der eine erwachsene, dominante Frau eine führende, fürsorgliche oder autoritäre Rolle übernimmt, während eine erwachsene submissive Person — in diesem Fall ein „Little Girl“ — eine jüngere, spielerischere oder kindlich geprägte Rolle einnimmt. Anders als viele Außenstehende vermuten, hat MDLG nichts mit tatsächlicher Minderjährigkeit oder nicht-einvernehmlichen Kontexten zu tun. Beide Beteiligten sind volljährig, einwilligungsfähig und sich der Rolle vollkommen bewusst. Die Dynamik basiert auf emotionalen Archetypen: Fürsorge, Schutz, Anleitung, Verspieltheit, Kontrolle und Geborgenheit. MDLG ist deshalb eine der intimsten und psychologisch reichsten Rollenformen innerhalb des BDSM.

Die Mommy Domme übernimmt häufig die Rolle einer strengen, liebevollen oder klar führenden Bezugsperson. Sie kann als Lehrerin, Mentorin, Betreuerin oder mütterliche Figur auftreten, jedoch immer im symbolischen Sinn. Diese Rolle ermöglicht es der dominanten Frau, sowohl Autorität als auch Zärtlichkeit auszudrücken. Für viele Mommy Dommes liegt der Reiz darin, gleichzeitig Kontrolle auszuüben, Grenzen zu setzen und emotionale Wärme zu schenken. Ihr Führungsstil kann streng, sanft, spielerisch oder ritualisiert sein — entscheidend ist, dass er zu beiden Persönlichkeiten passt.

Das Little Girl in einer MDLG-Dynamik übernimmt eine kindlich gefärbte Rolle, in der spielerisches Verhalten, Fantasie, Niedlichkeit, Gehorsam und emotionale Offenheit im Vordergrund stehen. Viele Littles empfinden die Rolle als befreiend, da sie Verantwortung abgeben, Alltagsstress loslassen und sich einer schützenden Struktur hingeben können. MDLG kann ein Ort der Regression sein — jedoch nicht im medizinischen Sinne, sondern als bewusst gewählte emotionale Zurückversetzung in einen kindähnlichen Zustand der Unbeschwertheit. Dadurch entsteht ein intensives Gefühl von Nähe, Vertrauen und Geborgenheit.

Im erotischen Kontext kann MDLG Elemente von Femdom, Machttransfer, Ritualisierung oder körperlichen Praktiken integrieren, allerdings nicht in jeder Beziehung. Manche Paare leben MDLG völlig nichtsexuell, während andere die Dynamik mit Bondage, Aufgaben, Keuschhaltung, Disziplinierung oder Rollenspiel kombinieren. Wichtig ist, dass jede Form von Sexualität nur zwischen erwachsenen Partnern stattfindet und stets klar von der kindlichen Rolle getrennt bleibt. MDLG ist eine Fantasierolle — keine reale Minderjährigen-Interaktion.

Die alltägliche Gestaltung von MDLG ist sehr individuell. Manche Mommy Dommes arbeiten mit Regeln, Ritualen und Tagesstrukturen, die dem Little Orientierung geben: Schlafenszeiten, Aufgaben, „Hausaufgaben“, Kleidungsvorschriften wie süße Outfits oder bestimmte Farben, Belohnungssysteme und die Nutzung von Spitznamen. Andere Paare gestalten MDLG rein spielerisch, etwa durch gemeinsames Malen, Kuscheln, Geschichten, Build-Up-Rituale oder beruhigende Interaktionen. Der Fokus liegt häufig auf emotionaler Sicherheit, Stabilität und Bindung.

MDLG kann auch therapeutisch wirken — nicht im medizinischen Sinn, sondern als emotionaler Ausgleich. Littles berichten häufig, dass sie im sicheren Rahmen der Rolle Stress abbauen, Ängste verarbeiten oder intensive Nähe erleben können. Die Mommy Domme erlebt häufig ein Gefühl der Bedeutung, Verantwortung und liebevollen Dominanz, die weit über klassische BDSM-Dynamiken hinausgeht. Dadurch wird MDLG zu einer tiefen Verbindung, die sowohl erotische als auch nicht-erotische Qualitäten besitzen kann.

Die Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil. Da MDLG starke emotionale Komponenten hat, müssen Grenzen, Erwartungen, Trigger und Wünsche sehr klar besprochen werden. Consent ist hier besonders wichtig, da Regression oder Verletzlichkeit intensiver wirken können als in anderen Rollen. Mommy Dommes sollten daher genau wissen, wie sie ihre Littles führen, stabilisieren und auffangen können. Littles wiederum müssen klar kommunizieren, was sie möchten, was unangenehm ist und wo sie Halt brauchen.

MDLG ist eine vielseitige, intime und oft rituell geprägte Dynamik, die Fürsorge, Dominanz und emotionale Tiefe miteinander verbindet. In verantwortungsvoller Ausgestaltung bietet sie beiden Seiten Raum für Verspieltheit, Bindung, Macht und Hingabe.

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PRINZIPIEN

MDLG-Dynamiken folgen oft diesen Konzepten

  • SSC (Safe, Sane, Consensual)
  • RACK (Risk Aware Consensual Kink)

da klare Kommunikation und Grenzen essenziell sind.

RISIKEN

Da diese Dynamik mit emotionaler Intimität verbunden ist, können emotionale Abhängigkeiten entstehen, wenn Grenzen oder Kommunikation vernachlässigt werden. Auch Missverständnisse über die Rollenverteilung können problematisch sein.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Nicht zwingend erforderlich, aber gängige Gegenstände könnten sei

  • Kuscheltiere
  • Malbücher oder Spielzeug
  • Pflegeprodukte (je nach Absprache)

 

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ANWENDUNGS INFORMATION

Die Dynamik kann situativ (z. B. bei Sessions) oder dauerhaft (als Teil der Beziehung) gelebt werden. Anfänger sollten sich zunächst mit kleinen Rollenspiel-Sequenzen herantasten.

Geeignet für Menschen, die in einer dynamischen, fürsorglichen Beziehung sowohl emotionale Bindung als auch Dominanz/Submissivität ausleben möchten.

 

Vorbereitung

  • Offene Kommunikation über Bedürfnisse, Grenzen und Trigger ist essenziell. Beide Partner sollten sich über die Intensität der Dynamik einig sein.

 

Aftercare

Da MDLG intensive emotionale Erfahrungen beinhalten kann, ist Aftercare besonders wichtig. Dies kann Trost, Gespräche oder Berührungen umfassen.

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • "The New Topping Book“ von Dossie Easton und Janet W. Hardy
  • "The Toybag Guide to Age Play“ von Lee Harrington

URSPRUNG

Die Mommy Dom übernimmt dabei eine beschützende, führende oder erziehende Rolle, während die Little Person sich kindlich, verspielt oder besonders schutzbedürftig verhält. Diese Dynamik hat oft einen emotional/ intimen Fokus, bei dem das Wohlbefinden, Sicherheit und Unterstützung im Vordergrund stehen.

MDLG-Dynamiken stammen aus der allgemeinen CGL- oder ABDL-Community. Sie haben Verbindungen zu anderen dominanten/submissiven Dynamiken, entwickelten sich jedoch speziell für eine liebevoll/ nährende Beziehung.

Der Begriff MDLG entstand als weibliches Pendant zu DDLG, also Daddy-Dom/Little-Girl. Als in den frühen 2000er Jahren Caregiver-Little-Dynamiken populärer wurden, bemerkten viele Praktizierende, dass die Rollenbezeichnungen zu stark männlich dominiert waren. In Foren, Chatrooms und später sozialen Medien entstand der Wunsch, Caregiver jenseits männlicher Identität sichtbarer zu machen. Parallel dazu entwickelten BDSM-Communities eine inklusivere Sprache, die sowohl weibliche als auch nicht-binäre Caregiver einschließt.

MDLG als Begriff etablierte sich in amerikanischen Tumblr-Communities zwischen 2010 und 2013 und fand dann Eingang in Reddit, FetLife und später Discord-Communities. Der Fokus lag dabei immer auf emotionalen Rollen, nicht auf Geschlecht im biologischen Sinn. Die Mommy-Rolle entwickelte sich zu einer anerkannten Caregiver-Figur, die Schutz, Struktur und emotionale Führung verkörpert. Littles wiederum betonten, dass der Begriff „Girl“ im MDLG-Kontext eine Rolle darstellt, keine reale Altersangabe.

Heute ist MDLG ein international anerkannter Ausdruck für eine bestimmte Form der CGL-Dynamik, die Fürsorge, Dominanz, Zartheit und psychologische Tiefe verbindet.

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