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69 (oft als „Sixty-Nine“ ausgesprochen) beschreibt eine Sexposition, bei der beide Partner einander gleichzeitig oralen Sex geben, wobei ihre Körper in entgegengesetzten Richtungen ausgerichtet sind, sodass eine Art symmetrische Position entsteht.
Die Position 69 beschreibt eine sexuelle Haltung, bei der zwei Partner sich so zueinander ausrichten, dass beide gleichzeitig den Intimbereich des anderen oral stimulieren können. Der Name leitet sich von der optischen Darstellung der Zahlen 6 und 9 ab, die übereinandergelegt symbolisieren, wie sich zwei Körper spiegelbildlich zusammenfügen. In vielen sexuellen Kontexten gilt die 69-Position als Symbol für gegenseitige Lust, Intimität und körperliche Nähe. Im BDSM jedoch bekommt sie eine zusätzliche Bedeutungsebene, weil sie nicht nur ein Werkzeug gegenseitiger Stimulation ist, sondern auch ein Mittel zur Gestaltung von Machtverhältnissen, Dominanz, Hingabe und Kontrolle. Anders als in der klassischen Darstellung kann die Position im BDSM weniger romantisch und dafür deutlich spielerischer, klarer strukturiert oder bewusst asymmetrisch gestaltet werden.
69 ist im BDSM besonders interessant, weil sie auf den ersten Blick Gleichwertigkeit suggeriert, tatsächlich aber viel Spielraum für Machtdynamiken bietet. Während im Vanillabereich meist beide Partner gleich aktiv sind, kann im BDSM die Richtung der Energie ganz bewusst verändert werden. Etwa wenn der dominante Part den submissiven auf seinem eigenen Körper positioniert und dadurch Gewicht, Bewegung und Tempo kontrolliert. Auch Fixierungen oder Bondage können integriert werden, um den Spielcharakter zu intensivieren. Wird der Sub beispielsweise über dem Top positioniert, kann dies mit Seilen, Manschetten oder einer Spreader Bar kombiniert werden, sodass der Sub die Position nicht eigenständig verlassen kann. Umgekehrt kann der Dom sich unter dem Sub platzieren und durch seine Haltung bestimmen, wie viel Nähe, Druck oder Bewegung entsteht. Durch solche Elemente wird aus einer vermeintlich simplen Stellung eine sehr intime, aber auch deutlich machtvolle Interaktion.
Ein weiterer Aspekt der 69-Position im BDSM ist ihre Nähe zu Praktiken wie Orgasmuskontrolle, Atemkontrolle und sensorischem Spiel. Obwohl die Position an sich nicht gefährlich ist, kann sie durch zusätzliche Techniken intensiviert werden. Viele Paare kombinieren die 69-Position mit Edging, also dem bewusst verzögerten Orgasmus, oder mit kontrollierter Atemführung, wenn der Körper so positioniert ist, dass Bewegungsfreiheit oder Atmung leicht eingeschränkt werden. Gerade diese Kombination aus Lust und leichter Überforderung macht die 69-Position für viele BDSM-Dynamiken spannend. Der submissive Part erlebt gleichzeitig Nähe, Stimulation und einen gewissen Kontrollverlust, während der dominante Part die Intensität und Dauer steuert.
Auch emotional kann die 69-Position im BDSM-Bereich eine besondere Rolle spielen. Sie ist extrem intim, da beide Partner sich gleichzeitig körperlich öffnen und einlassen. Diese direkte gegenseitige Stimulation baut eine enge Verbindung auf, die in Machtverhältnissen entweder intensiviert oder bewusst gebrochen werden kann. Manche Paare nutzen die Position, um Gleichwertigkeit zu betonen, andere nutzen sie, um Dominanz sichtbar zu machen, etwa indem der dominante Part den submissiven festhält, positioniert oder in einem bestimmten Winkel führt. Dadurch kann die Position sowohl zärtlich als auch streng, sowohl spielerisch als auch hoch erotisch wirken. Viele empfinden die Position deshalb als vielseitig einsetzbares Element innerhalb von Sessions oder als selbstständigen Bestandteil eines erotischen Rituals.
Wichtig ist im BDSM-Kontext auch die körperliche Komponente der 69-Position. Obwohl sie einfach aussieht, erfordert sie eine gewisse körperliche Flexibilität, Stabilität und Kraft. Längere Sessions können Rücken, Nacken oder Oberschenkel belasten, weshalb viele BDSM-Paare Hilfsmittel wie Kissen, Polster oder spezielle Möbel verwenden, um die Haltbarkeit und den Komfort zu erhöhen. Bondage-Elemente wie Seile oder Manschetten dürfen dabei nur so eingesetzt werden, dass Atmung und Durchblutung nicht beeinträchtigt werden, es sei denn, beide Partner haben im Rahmen von RACK bewusst erhöhte Risiken akzeptiert. Wie bei sämtlichen BDSM-Praktiken gilt auch hier: Einvernehmlichkeit, Kommunikation und Sicherheitsbewusstsein sind die Grundlage jeder Interaktion.
Die 69-Position lässt sich leicht mit vielen BDSM-Praktiken kombinieren. Ein Beispiel ist die Verbindung mit Dominanzspielen, bei denen der dominante Part durch Körperhaltung oder Fixierung bestimmt, wie schnell, wie tief oder wie intensiv die Stimulation erfolgt. Ebenso lässt sich die Position mit verschiedensten Rollenspielen verbinden, etwa mit Szenarien, in denen der Sub „zu Diensten“ ist, während der Dom gleichzeitig den Körper des Subs dominiert. Auch sensorisches Spiel lässt sich nahtlos integrieren. Eine Augenbinde, leichte Kratzer, massierende Hände oder die Verwendung von Temperaturreizen wie Eis oder warmen Ölen können der Position weitere Intensität verleihen. Die 69-Position wird dadurch zu einem vielseitigen Werkzeug für Paare, die Erotik und Macht miteinander verweben möchten.
Hygiene und Körperbewusstsein spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Da beide Partner während der 69-Position sehr nah an den empfindlichsten Körperbereichen sind, ist Sauberkeit und ein respektvolles Miteinander unerlässlich. Viele BDSM-Paare sehen die Vorbereitung auf eine solche Position als Teil des Rituals, was die emotionale Bindung zusätzlich verstärken kann. Von leichtem Körperkontakt über intensives Oralspiel bis hin zu tiefen erotischen Erlebnissen bietet die Position eine breite Palette an Variationen, die nahezu unbegrenzt anpassbar ist.
Aus Sicherheitsgründen sollte beachtet werden, dass in überlagernden Varianten eine gewisse Erstickungsgefahr besteht, besonders wenn ein Partner sein Gewicht auf den Kopf- oder Brustbereich des anderen verlagert. Dies ist kein grundsätzliches Risiko, aber ein relevanter Aspekt, wenn Atemkontrolle unbeabsichtigt entsteht. Daher müssen Stoppzeichen, Safewords und körperliche Signale vereinbart sein und von beiden respektiert werden. Im BDSM gehört verantwortungsvoller Umgang mit körperlichen Grenzen immer dazu, unabhängig davon, wie alltäglich oder „harmlos“ eine Praktik erscheinen mag.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 69-Position im BDSM weit mehr ist als eine klassische Sexualstellung. Sie verbindet körperliche Nähe mit erotischer Intensität, ermöglicht gegenseitige Stimulation und eröffnet ein breites Spektrum an Macht- und Rollenspielvarianten. Durch Bondage, Atemkontrolle, Orgasmuskontrolle oder Positionierungstechniken kann sie zusätzlich erweitert und den individuellen Vorlieben angepasst werden. Die Position ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene BDSM-Paare geeignet und bietet dank ihrer Vielseitigkeit und Anpassbarkeit ein großes Potenzial für kreative und intime Szenarien. Wer die 69-Position im BDSM bewusst einsetzt, entdeckt eine Mischung aus Sinnlichkeit, Dominanz, Hingabe und körperlicher Intensität, die diese Stellung zu einem festen Bestandteil vieler erotischer Dynamiken macht.
Es handelt sich um eine Position, die auf gegenseitiger Lust basiert. Die Gleichzeitigkeit der Stimulation ist ein zentrales Merkmal.
Wie bei jeder Form von oraler Stimulation gibt es potenzielle Risiken, etwa die Übertragung von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Die Verwendung von Schutzmaßnahmen (wie Dental Dams oder Kondomen) kann das Risiko minimieren.
Keine spezielle Ausrüstung erforderlich, jedoch können bequeme Unterlagen hilfreich sein.
Die Dauer hängt von den Vorlieben der Beteiligten ab. Da die Position körperlich fordernd sein kann, ist es wichtig, auf Pausen zu achten, wenn notwendig.
Eignung
Geeignet für Paare mit einer gewissen Erfahrung in oraler Stimulation. Anfänger können die Position ausprobieren, sollten jedoch bei körperlicher Überforderung auf Alternativen umsteigen.
Vorbereitung
Körperliche Hygiene ist essenziell. Es wird empfohlen, sich vor der Aktivität gründlich zu reinigen.
Aftercare
Nach der Aktivität kann Kuscheln oder ein Gespräch zur emotionalen Nachsorge beitragen. Bei intensiveren körperlichen Positionen sind Entspannung und Rehydrierung wichtig.
Empfohlene Literatur:
Der Name stammt aus der optischen Ähnlichkeit der Position zur Ziffernkombination „69“.
Die Position hat eine lange kulturelle Geschichte und wird in verschiedenen historischen Texten erwähnt, darunter in der indischen Kamasutra-Tradition, die sexuelle Stellungen detailliert beschreibt.
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