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Adult Baby bezeichnet eine Person, die sich im Rahmen von Rollenspielen oder emotionalen Bedürfnissen wie ein Baby oder Kleinkind verhält.
Adult Baby bezeichnet im BDSM- und Fetischbereich Erwachsene, die bewusst kindliche oder kleinkindähnliche Rollen einnehmen, um emotionale Bedürfnisse zu erfüllen, erotische Fantasien auszuleben oder eine tiefgehende Form der Regression zu erleben. Diese Rolle ist häufig Teil des ABDL-Spektrums, kann aber auch unabhängig davon bestehen. Adult Babys übernehmen dabei altersregressive Verhaltensweisen wie Krabbeln, Schnuller verwenden, Windeln tragen, sich ankuscheln, in Babysprache sprechen oder spielerische Tätigkeiten ausführen, die an frühe Entwicklungsphasen erinnern. Der Fokus liegt dabei nicht zwingend auf Sexualität, sondern oft auf emotionaler Sicherheit, Vertrauen, Geborgenheit und dem Gefühl, Verantwortung abgeben zu dürfen. Viele Adult Babys beschreiben diese Rolle als eine Art Zuflucht, die es ihnen ermöglicht, Druck, Stress und Erwartungen des Alltags auszublenden.
Die Rolle des Adult Baby wird häufig in Kombination mit einem Caregiver gespielt. Das kann ein Daddy Dom, eine Mommy Dom, ein neutraler Betreuer oder eine speziell gewählte Bezugsperson sein. Diese Person übernimmt Aufgaben wie Füttern, Wickeln, Anziehen, Baden, Vorlesen oder emotionale Fürsorge. Dadurch entsteht ein Machtgefälle, das jedoch auf Nähe und Vertrauen basiert und nicht auf Härte oder Strafe. Macht wird hier nicht als Druck, sondern als liebevolle Struktur ausgeübt. Adult Babys erleben diese Dynamik oft als tief beruhigend. Während viele BDSM-Praktiken auf Schmerz, Dominanz oder Rollenkonflikten basieren, stützt sich das Adult-Baby-Spiel auf Fürsorge, Kontrolle, festen Rahmen und emotionale Intensität.
Adult Baby ist eine ausgesprochen vielseitige Rolle. Für einige steht der Fetischcharakter im Vordergrund, etwa das Tragen von Windeln oder spezieller Kleidung. Für andere ist das regressiv-emotionale Erleben entscheidend, bei dem Sexualität keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wieder andere verbinden beides oder entwickeln ein ritualisiertes Spiel, das sowohl körperliche als auch psychische Aspekte einbindet. Die Regression kann leicht oder tiefgehend sein: Manche möchten nur jüngere Verhaltensweisen andeuten, während andere komplett in einen mentalen Babyzustand wechseln. Dieser Wechsel erfordert ein hohes Maß an Vertrauen, da der Adult Baby in dieser Rolle besonders verletzlich ist.
Ein zentraler Punkt in dieser Dynamik ist die Einvernehmlichkeit. Adult Baby ist ein freiwilliges Rollenspiel zwischen Erwachsenen. Es hat nichts mit realer Minderjährigkeit zu tun. Alle Beteiligten sind einvernehmliche, mündige Erwachsene, die ihre Rollen bewusst und kontrolliert gestalten. In der BDSM-Community wird dies klar betont, damit Rollenspiel nicht mit tatsächlichen Tabus verwechselt wird. Adult Babys und ihre Caregivers arbeiten mit denselben Grundprinzipien wie alle anderen BDSM-Dynamiken: Konsens, Kommunikation, Safewords, Grenzen und gegenseitige Verantwortung.
Die psychologische Bedeutung der Adult-Baby-Rolle ist nicht zu unterschätzen. Viele Adult Babys erleben die Regression als Möglichkeit, emotionale Bedürfnisse zu erfüllen, die im Alltag unerfüllt bleiben: Geborgenheit, Schutz, Zuwendung, klare Führung, Struktur oder liebevolle Aufmerksamkeit. Für manche ist die Rolle eine Form des Stressabbaus, für andere ein Weg, emotionale Blockaden zu lösen oder den eigenen Körper auf eine Weise zu erleben, die sonst nicht möglich wäre. Regression kann zudem helfen, aus starren Denkmustern auszusteigen und emotionale Nähe intensiver zu fühlen. Im BDSM-Kontext wird dies oft als Alternative oder Ergänzung zu dom/sub-Dynamiken genutzt.
Auch visuelle und rituelle Elemente prägen diese Rolle stark. Kleidung, Möbel, Spielsachen, Fläschchen, Schnuller, Windeln oder thematische Zimmergestaltung können das Erlebnis intensivieren. Für den Adult Baby sind diese Elemente oft wichtige Anker, um tiefer in die Rolle einzutauchen. Die ästhetische Wirkung spielt dabei sowohl für den Caregiver als auch für den Adult Baby eine wichtige Rolle, denn sie unterstützt die emotionale Atmosphäre und das Gefühl der Regression. Manche Adult Babys bevorzugen authentische Darstellung, andere verbinden moderne Elemente oder individuelle Rituale, um die Rolle für sich stimmig zu machen.
Im BDSM-Kontext kann Adult Baby auch Machtspiele beinhalten. Dabei stehen nicht Härte oder Bestrafung im Vordergrund, sondern emotionale Kontrolle, Fürsorge, Regeln und Struktur. Ein Caregiver kann Regeln festlegen, Schlafenszeiten bestimmen, erlaubte und verbotene Verhaltensweisen definieren oder bestimmte Aufgaben übernehmen. Diese Form der Machtübertragung unterscheidet sich stark von klassischen D/s-Dynamiken, ist aber nicht weniger intensiv. Der Adult Baby gibt einen Großteil seiner Entscheidungsfreiheit ab, was emotional sehr kraftvoll sein kann.
Sicherheit spielt auch beim Adult-Baby-Spiel eine wichtige Rolle. Insbesondere wenn Windeln, Feuchtigkeit, Cremes oder lange Regressionen involviert sind, müssen Hygiene, Körperpflege und Grenzen ernstgenommen werden. Kommunikation ist entscheidend, da ein Adult Baby in tiefen Regressionen nicht immer klar äußern kann, was er braucht oder wo seine Grenzen liegen. Deshalb wird vor dem Spiel genau besprochen, welche Handlungen erwünscht, erlaubt oder tabu sind, ob Berührungen erotisch sein dürfen und wie Aftercare gestaltet wird. Auch während des Spiels bleibt die Verantwortung beim Caregiver, der den Zustand und die Sicherheit des Adult Babys stets im Blick behalten muss.
Zusammengefasst ist Adult Baby im BDSM-Bereich eine komplexe, emotionale und stark identitätsbezogene Rolle, die Regression, Fürsorge, Nähe, Struktur und Machtübertragung miteinander verbindet. Sie gehört zu den einfühlsamsten und gleichzeitig intensivsten Formen des Rollenspiels. Adult Babies erleben tiefe emotionale Öffnung, während Caregivers verantwortliche und strukturgebende Rollen übernehmen. Solange alle Beteiligten klar kommunizieren, einvernehmlich handeln und Grenzen respektieren, kann Adult-Baby-Spiel eine kraftvolle und erfüllende Form BDSM-ähnlicher Dynamik sein.
Einvernehmlichkeit
Alle Beteiligten müssen die Rollen und Grenzen vorab absprechen.
Pflege/Betreuung
Oft spielt eine "Caregiver"-Rolle (z. B. Daddy/Mommy) eine wichtige Rolle.
Nicht immer sexuell
Während manche AB-Rollenspiele erotischen Charakter haben, steht oft die emotionale Komponente im Vordergrund.
Psychologische Abhängigkeit
Wenn die Praxis zur Flucht vor Problemen wird, kann es zu emotionaler Abhängigkeit kommen.
Stigmatisierung
Aufgrund von Missverständnissen wird Adult Baby häufig gesellschaftlich negativ bewertet, was Betroffene emotional belasten kann.
Windeln oder spezielle Kleidung
Zum Beispiel Strampler, Schnuller oder Schlafanzüge.
Accessoires
Fläschchen, Kuscheltiere, Schnuller.
Möbel
Manche Adult Babies bevorzugen spezielle Möbel wie Kinderbetten in Erwachsenengröße.
Die Dauer variiert stark und kann von kurzen Spielsitzungen bis hin zu längeren Phasen reichen, je nach den Bedürfnissen der Beteiligten.
Eignung
Vorbereitung
Aftercare
Empfohlene Literatur:
Der Begriff Adult Baby entstand in den 1960er- und 1970er-Jahren in US-amerikanischen Fetischkreisen, vor allem im Kontext früher Windel- und Regressionfetische. Mit der Herausbildung der ABDL-Community entwickelte sich Adult Baby als feste Rollenbezeichnung für Erwachsene, die kindliches Verhalten bewusst nachstellen. In den 1990er-Jahren wurde der Begriff in BDSM-Communities übernommen, um regressionsbasierte Macht- und Fürsorge-Dynamiken klar zu beschreiben und von rein sexuellen Windelfetischen zu unterscheiden.
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