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Bloodgames bezieht sich auf BDSM-Praktiken, bei denen gezielt kleine Blutungen oder der Kontakt mit Blut herbeigeführt wird, um Schmerzreize, emotionale Intensität oder visuelle Fetische auszuleben. Blutspiele im BDSM bezeichnet Praktiken, bei denen das Vorhandensein von Blut oder der symbolische Umgang damit Teil der erotischen, psychologischen oder rituellen Dynamik ist. Da Blutkontakt erhebliche medizinische und psychische Risiken birgt, zählt Blood Play zu den gefährlichsten Formen des Edge Play.
Ausführliche Erklärung
Blutspiele gehören zu den intensivsten und am stärksten tabuisierten Bereichen des BDSM. Der Reiz entsteht durch die Verbindung von Verletzlichkeit, Kontrollverlust, Körperlichkeit und psychologischer Grenzüberschreitung. In vielen Fällen basiert die Wirkung weniger auf der tatsächlichen Blutung als auf der symbolischen Bedeutung: Vertrauen, Hingabe, Macht, Schmerzverarbeitung oder das Erleben körperlicher Grenzen.
In seriösen BDSM-Communitys wird strikt zwischen symbolischem Blood Play und realem Blood Play unterschieden. Symbolisches Blood Play arbeitet mit Farbe, Kunstblut, Worten, Settings oder Ritualen und stellt somit ein psychologisch wirksames, aber körperlich sicheres Element dar. Reales Blood Play hingegen bezieht sich auf Situationen, in denen Blut sichtbar wird – etwa durch medizinische Nadeln, kontrollierte Mikroverletzungen oder diagnostische Verfahren. Diese Form ist medizinisch hochriskant und erfordert Fachwissen, Erfahrung, sterile Bedingungen und ein vollkommen verantwortungsbewusstes Einschätzen der Grenzen.
Es ist wichtig: Reale Blutentnahme oder Verletzung gehört ohne medizinische Ausbildung nicht in den BDSM-Bereich, sind aber tatsächlich häufig ein Bestandteil im Kliniksex oder Fetischbereich.
Der psychologische Reiz von Blutspielen beruht häufig auf der Intensität der Situation: Der submissive Part befindet sich in extremer Verletzlichkeit, während der dominante Part eine Position intensiver Verantwortung einnimmt. Manche erleben Blood Play als rituell, kathartisch oder symbolisch bedeutungsvoll. Andere sehen darin eine Form der extremen Körpererfahrung oder des Vertrauensbeweises.
Doch trotz seiner Faszination gilt: Blood Play ist eine der riskantesten BDSM-Praktiken überhaupt, da Infektionen, dauerhafte Narben, Kreislaufreaktionen, psychische Überforderung oder Schock auftreten können. Die Szene bewertet diese Form des Spiels deshalb sehr kritisch und empfiehlt oft, ausschließlich auf symbolische Varianten zurückzugreifen.
Grundprinzipien
Keine Verletzungen ohne medizinische Ausbildung
Symbolische Varianten bevorzugen
Einvernehmlichkeit und psychische Stabilität
Strikte Hygiene & kein Kontakt mit offenen Wunden
Keine Drucksituationen oder Emotional Coercion
SSC – Safe, Sane, Consensual
Real injektiver oder invasiver Umgang mit Blut erfüllt SSC nicht.
RACK – Risk Aware Consensual Kink
Nur symbolische Interpretationen gelten als verantwortbar.
PRICK – Personal Responsibility, Informed, Consensual Kink
Jede beteiligte Person trägt Verantwortung für Wissen, Grenzen und Sicherheit.
Reale Risiken (bei echter Verletzung)
Blutvergiftungen
Infektionen (Hepatitis, HIV, bakterielle Erkrankungen)
Narbenbildung
Kreislaufkollaps
Notfallrisiken ohne erkennbare Vorwarnung
Psychische Risiken
Schock
Dissoziation
Triggerung traumatischer Erinnerungen
Sicherste Alternativen
Symbolische Blood Games
Psychologische Inszenierung
Einsatz von Kunstblut oder Projektionen
Intensive emotionale Kommunikation
Typische Praktiken
Eignung
Vorbereitung
Aftercare
Präventionsmaßnahmen
Empfohlene Literatur:
Nina Schneider: Konsens & Kink
Jana Klinger: Lust & Last – BDSM in der Praxis
Heike M. Pelzer: Psychodynamiken im BDSM
Wiseman, Jay: SM 101 – A Realistic Introduction.
Easton & Hardy: The New Bottoming Book.
Blut als erotisches oder spirituelles Symbol findet sich in vielen Kulturen und Ritualen. Im BDSM-Kontext entstanden Bloodgames vor allem in Subkulturen, die sich mit extremen Reizen, Vertrauen und der Hingabe an den Partner beschäftigen. Die Praxis hat Parallelen zu Nadelspielen und medizinischen Fetischen.
Dabei können verschiedene Methoden verwendet werden, wie das leichte Einritzen der Haut (Cutting), Nadelspiele (Needle Play) oder Kratzen bis zur Hautverletzung. Da Blutspiele mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, erfordern sie umfassende Kenntnisse über Hygiene und Anatomie.
Der Begriff „Blood Play“ entstand in den 1980er-Jahren in US-amerikanischen Leather- und Edge-Play-Communities, die begannen, extremere Formen körperlicher und ritueller Praktiken zu dokumentieren. „Bloodsports“ und „Blood Games“ tauchten parallel in Texten auf, wurden jedoch nie offiziell definiert, sondern dienten als Sammelbezeichnungen für Szenen, in denen Blut eine symbolische oder physische Rolle spielte.
Seit den 2000er-Jahren wird der Begriff zunehmend kritisch betrachtet, da medizinische Berichte über Verletzungen und Infektionsrisiken deutlich machten, dass viele Formen des realen Blood Play ohne professionelles Wissen nicht sicher durchführbar sind. Moderne BDSM-Communitys betonen daher primär die psychologische und symbolische Seite und warnen klar vor unsicherer Anwendung.
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