DARKFIC

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DEFINITION

Darkfic (kurz für Dark Fanfiction) bezeichnet Fanfiction, die sich mit düsteren, oft verstörenden Themen befasst, darunter Gewalt, psychischer Missbrauch, nicht einvernehmliche Handlungen oder moralisch fragwürdige Charakterentwicklungen.

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PRINZIPIEN

  • Kann nicht-konsensuelle Szenarien enthalten (non-con, dub-con).
  • Erforscht oft moralisch fragwürdige oder schockierende Themen.
  • Ist rein fiktiv und dient häufig als Ventil für Fantasien, die nicht in die Realität übertragen werden sollten.
  • Erfordert oft Content-Warnings, um Leser*innen vor sensiblen Inhalten zu warnen.

RISIKEN

  • Darkfic kann für einige Leser*innen emotional belastend sein.
  • Inhalte könnten missverstanden oder falsch interpretiert werden, wenn keine angemessenen Trigger-Warnungen vorhanden sind.
  • In BDSM-Kreisen ist es wichtig, zwischen Fantasie und Realität zu unterscheiden, da nicht alle dargestellten Szenen mit sicherem BDSM übereinstimmen.

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ANWENDUNGS INFORMATION

Eignung

  • Für Leser*innen, die sich bewusst mit düsteren oder extremen Themen auseinandersetzen möchten.
  • Menschen mit Triggern oder Traumata sollten vorsichtig sein und auf entsprechende Warnungen achten.
  • Autor*innen sollten sich der Wirkung ihrer Texte bewusst sein und verantwortungsbewusst mit sensiblen Themen umgehen.

 

Vorbereitung

  • Inhaltliche Trigger-Warnungen („Content Warnings“) sollten explizit genannt werden.
  • Leser*innen sollten sich darüber im Klaren sein, dass Darkfic Fantasie ist und keine Realität widerspiegelt.
  • Klärung, ob die Zielgruppe auf bestimmte Themen vorbereitet ist.

 

Aftercare

  • Leser*innen könnten nach dem Lesen emotionale Nachwirkungen spüren und sollten sich bewusst Zeit nehmen, um sich zu erden.
  • Communities oder Diskussionsforen können helfen, Inhalte zu reflektieren oder zu verarbeiten.

 

Sicherheit:

Darstellung vs. Verherrlichung

Ein zentraler Diskussionspunkt ist die Frage, ob Darkfic lediglich düstere Themen behandelt oder sie verherrlicht. Kritikerinnen befürchten, dass bestimmte Darstellungen (z. B. romantisierte Gewalt) problematische Verhaltensweisen normalisieren. Befürworterinnen argumentieren, dass Literatur grundsätzlich das Recht hat, sich mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen.

Trigger & Verantwortung gegenüber Leser*innen

Viele Plattformen fordern klare Content-Warnungen (Trigger Warnings), um Leser*innen zu schützen, die bestimmte Themen vermeiden möchten. Eine ethische Praxis ist daher, potenziell belastende Inhalte transparent zu kennzeichnen.

Fiktion vs. Realität

Ein häufiges Argument ist, dass Fiktion nicht mit Realität gleichzusetzen ist und Menschen in einem sicheren Rahmen mit dunklen Fantasien experimentieren können. Kritiker*innen warnen jedoch davor, dass manche Inhalte schädliche Ideologien unkritisch reproduzieren könnten.

Schutz von Minderjährigen

Da viele Fanfictions über Plattformen wie Archive of Our Own (AO3) oder Wattpad frei zugänglich sind, stellt sich die Frage nach dem Schutz jüngerer Leser*innen. Einige Plattformen nutzen Altersverifikationen oder kategorisieren Darkfic als "Explicit" oder "Mature".

Fazit

Darkfic bewegt sich in einem komplexen Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und ethischer Verantwortung. Während Autorinnen das Recht haben, schwierige Themen zu erkunden, sollten sie sich ihrer Wirkung bewusst sein und ihre Inhalte transparent und reflektiert präsentieren. Letztlich hängt die moralische Bewertung von Darkfic stark von Kontext, Intention und der individuellen Wahrnehmung der Leserinnen ab.

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • „Böse Lust: Sadomasochistische Phantasien in der Literatur“ – ein Buch zur literarischen Verarbeitung von dunklen Themen

URSPRUNG

Darkfic entstand als Unterkategorie der Fanfiction, in der Autor*innen bewusst eine dunklere oder verstörendere Richtung einschlagen als das Originalmaterial. Die Popularität dieser Geschichten wuchs insbesondere in Online-Fanfiction-Communities, in denen Schreibende Tabus erkundeten oder Charaktere in extremen Situationen darstellten. Auch im Bereich der erotischen Literatur oder expliziten BDSM-Fiktion gibt es viele Darkfics.

Im BDSM-Kontext kann Darkfic Fantasien oder Dynamiken darstellen, die über das hinausgehen, was in realen SSC- (Safe, Sane, Consensual) oder RACK- (Risk-Aware Consensual Kink) Szenarien akzeptabel wäre.

Da diese Inhalte sensible oder kontroverse Themen berühren, gibt es eine intensive ethische Debatte darüber, welche Verantwortung Autorinnen und Leserinnen tragen.

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