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AN steht für Age-Play Non-Consensual und ist eine spezifische Abkürzung innerhalb bestimmter BDSM-Kreise, die sich auf ein Rollenspiel bezieht, bei dem ein scheinbarer (simulierter) Altersunterschied dargestellt wird, jedoch auf non-konsensuelle Szenarien fokussiert ist.
Age-Play Non-Consensual bezeichnet im BDSM-Kontext eine klare Negativdefinition, also die bewusste Abgrenzung gegen jegliche Form von Age Play, die ohne explizite, informierte und mündliche Zustimmung stattfindet. In der BDSM-Community wird dieser Begriff ausschließlich verwendet, um zu erklären, welche Formen des Rollenspiels nicht erlaubt, nicht sicher und nicht mit den Grundprinzipien von Einvernehmlichkeit vereinbar sind. Während Age Play als einvernehmliches Rollenspiel zwischen volljährigen Erwachsenen definiert ist, beschreibt Age-Play Non-Consensual Situationen, in denen eine Rolle, ein Szenario oder eine Altersdynamik ohne ausdrückliche Zustimmung aufgezwungen wird oder in denen ein Machtgefälle ausgenutzt wird. Es handelt sich dabei nicht um eine BDSM-Praktik, sondern um ein Szenario, das klar gegen die ethischen und rechtlichen Grundlagen der Szene verstößt.
Der Begriff entstand aus der Notwendigkeit heraus, in Workshops, Leitfäden und Community-Regeln klar zu formulieren, dass Age Play – wie jede BDSM-Dynamik – ausschließlich auf Konsens basieren darf. Age-Play Non-Consensual beschreibt damit keine spielbare Option, sondern eine kritische Kategorie, die hilft zu verdeutlichen, wo Grenzen überschritten werden. Der Ausdruck wird häufig in Diskussionen verwendet, um Missverständnisse über Age Play auszuräumen, weil viele Außenstehende Age Play fälschlicherweise an reale Minderjährigkeit knüpfen. Das Gegenteil ist der Fall: Age Play ist ein Spiel zwischen Erwachsenen, während Age-Play Non-Consensual aufzeigt, was passiert, wenn Konsens fehlt und warum dies in der BDSM-Kultur weder akzeptiert noch toleriert wird.
Nicht einvernehmliche Regressionsrollen können schwere psychische Verletzungen auslösen. Emotionale Regression macht Menschen besonders verletzlich, sensibel und abhängig vom verantwortungsvollen Verhalten des dominanten Parts. Wird eine Altersrolle ohne Einverständnis erzwungen, verstößt dies fundamental gegen die Grundprinzipien von SSC (Safe, Sane, Consensual), RACK (Risk Aware Consensual Kink) und PRICK (Personal Responsibility Informed Consensual Kink). In diesen Fällen entfällt die Sicherheit, die emotionale Stabilität und der Schutz, den ein Caregiver eigentlich gewährleisten muss. Deshalb wird in der BDSM-Community klar gelehrt, dass jedes Age Play vorab besprochen, begrenzt und durch Safewords abgesichert sein muss.
Age-Play Non-Consensual wird zudem als Risikoquelle beschrieben, die zu emotionalem Schaden, Angstzuständen, Vertrauensverlust oder Traumareaktivierung führen kann. Menschen, die in eine Rolle gedrängt werden, die sie nicht gewählt haben, können sich ausgeliefert, überfahren oder entwürdigt fühlen. Besonders kritisch wird es, wenn mit emotionaler Regression gearbeitet wird, ohne dass der Sub vorher zugestimmt hat. Diese Form des Machtmissbrauchs widerspricht dem Kern von BDSM: der bewussten, verantwortungsvollen Gestaltung intensiver, freiwilliger Erlebnisse. Daher dient der Begriff in der Community auch der Aufklärung und Prävention.
In der pädagogischen BDSM-Arbeit wird Age-Play Non-Consensual genutzt, um neue Spieler*innen zu sensibilisieren. Viele BDSM-Guides enthalten Abschnitte, die erklären, wie Age Play richtig abgesichert wird und welche Warnsignale darauf hindeuten, dass Konsens nicht vorhanden ist. Dazu gehören mangelnde Absprache, Überrumpelung, Druckausübung, emotionale Manipulation oder das Ignorieren von Safewords. Auch die klare Unterscheidung zu einvernehmlichem Age Play ist wichtig. Während Age Play bewusst gewählte Fantasie ist, basiert Age-Play Non-Consensual auf Grenzverletzung. Diese sprachliche Trennung hilft, Missverständnisse zu vermeiden und macht deutlich, dass die BDSM-Szene ausdrücklich Verantwortung und Konsens voraussetzt.
Der Begriff spielt auch eine Rolle in Community-Diskussionen über Machtmissbrauch. Wie in jeder Form intensiver Rollenspiele besteht auch beim Age Play ein besonderes Risiko, wenn Kommunikation oder emotionale Verantwortung vernachlässigt werden. Die Erwähnung von Age-Play Non-Consensual erinnert daran, dass die Macht des dominanten Parts niemals genutzt werden darf, um emotionale Verletzlichkeit auszunutzen. Ein verantwortungsvoller Caregiver führt, unterstützt und schützt – niemals erzwingt er Regression, Dominanz oder kindlich besetzte Rollen ohne Einverständnis.
Auch bei fortgeschrittenen Age-Play-Dynamiken, beispielsweise in TPE-Strukturen, bleibt Konsens unantastbar. Selbst wenn eine dauerhafte Rollenverteilung vereinbart wurde, wird Konsens als kontinuierlicher Prozess verstanden. Age-Play Non-Consensual dient daher als Begriff, der klarstellt, dass selbst bestehende Vereinbarungen nicht das Recht geben, emotionale oder symbolische Altersrollen ungefragt zu erzwingen. Die zentrale Frage lautet immer: „Ist das gerade von beiden gewollt?“ Wenn die Antwort nicht eindeutig ist, wird nicht gespielt.
Zusammenfassend bezeichnet Age-Play Non-Consensual im BDSM keinen Spielstil, sondern eine klare Grenzziehung und Warnkategorie. Der Begriff existiert, damit einvernehmliches Age Play besser verstanden, verantwortungsvoll ausgeführt und klar von allem abgegrenzt wird, was gegen Konsens verstößt. Er dient der Sicherheit, der Aufklärung und dem Schutz aller Beteiligten. In der Community hat diese Abgrenzung einen hohen Stellenwert, weil sie sicherstellt, dass Age Play – wenn es einvernehmlich, bewusst und sicher gestaltet ist – ein tiefgehendes, positives und emotional stärkendes Rollenspiel zwischen Erwachsenen bleiben kann.
Klares Einvernehmen
Alle Beteiligten müssen zustimmen und das Szenario vorab planen.
Safe Words
Unverzichtbar für die sichere Ausführung.
Nachsorge
Emotionale Betreuung nach solchen Szenarien ist essenziell.
Emotional
Rollenspiele mit non-konsensuellen Elementen können psychische Belastungen auslösen, wenn Grenzen nicht respektiert werden.
Sozial
Missverständnisse oder Fehlinterpretationen können zu sozialen Konflikten führen.
Trigger
Frühere traumatische Erlebnisse könnten reaktiviert werden.
Keine spezifischen Tools erforderlich, hängt jedoch vom spezifischen Szenario ab (z. B. Kleidung oder Requisiten, um bestimmte Altersstufen darzustellen).
Die Dauer variiert je nach Vereinbarung. Die Intensität sollte besonders im Hinblick auf emotionale Belastbarkeit abgestimmt werden.
Eignung
Nur für Fortgeschrittene empfohlen, die sich mit CNC und Age-Play auskennen und bereits Erfahrung in der Kommunikation über Grenzen haben.
Vorbereitung
Aftercare
Empfohlene Literatur:
Der Begriff Age-Play Non-Consensual entstand in der englischsprachigen BDSM-Community der 1990er Jahre, als Aufklärungsarbeit, Workshops und Leitfäden begannen, klare sprachliche Grenzen für verantwortungsvolle Rollenspiele zu definieren. Um Missverständnissen vorzubeugen und Age Play eindeutig als einvernehmliches Spiel zwischen Erwachsenen abzugrenzen, führte man den Ausdruck bewusst als Negativkategorie ein. Er sollte verdeutlichen, dass jede erzwungene oder ungefragte Altersrolle gegen die zentralen BDSM-Prinzipien verstößt. In Fachtexten, Foren und pädagogischen BDSM-Konzepten wurde Age-Play Non-Consensual genutzt, um Konsens, Sicherheit und emotionale Verantwortung klar hervorzuheben und Fehlinterpretationen über Age Play dauerhaft auszuschließen. Heute ist der Begriff ein fester Bestandteil der Community-Sprache zur Prävention und Rollenklärung.
Diese Szenarien gehören in den Bereich des CNC (Consensual Non-Consent), wo scheinbar ungewollte Handlungen dargestellt werden, jedoch stets auf Grundlage einer klaren, vorher vereinbarten Einvernehmlichkeit.
Age-Play selbst ist eine verbreitete BDSM-Praktik, die Rollen basierend auf unterschiedlichen Altersstufen darstellt. Szenarien mit einem non-konsensuellen Aspekt (simuliert) haben sich durch die Weiterentwicklung des CNC-Konzepts in bestimmten Subgruppen etabliert. Diese Rollenspiele beruhen jedoch auf intensiver Planung und Absprache.
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