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All Human ist ein Begriff aus der BDSM- und Fetisch-Community, der eine Session oder ein Rollenspiel beschreibt, bei dem ausschließlich menschliche Teilnehmer beteiligt sind.
All Human beschreibt eine spezielle Form der Rollenspiele und Fantasien, bei denen bewusst darauf verzichtet wird, nicht-menschliche, fantastische oder tierähnliche Rollen einzusetzen. Der Begriff grenzt sich besonders von Petplay, Furry-Dynamiken oder nichtmenschlichen Charakterdarstellungen ab. Im Kern bedeutet All Human, dass sämtliche Rollen, Machtgefüge, Szenarien und Fantasieformen ausschließlich menschliche Figuren darstellen – ohne Metaphern, Verwandlungen oder animalistische Identitäten. Obwohl BDSM sehr vielfältig ist und viele Spielarten mit Fantasieelementen arbeitet, bevorzugen manche Paare oder Spielgruppen bewusst eine rein menschliche Rollenstruktur. All Human ist daher ein wichtiges Konzept, das hilft, Sessions klar zu definieren und Erwartungen präzise abzugrenzen.
All Human umfasst sowohl Alltagsszenarien als auch komplexe Fantasien, solange diese sich innerhalb menschlicher Rollen bewegen. Dazu zählen berufliche Hierarchien, strenge oder erotische Coaching-Szenarien, medizinische Rollenspiele, Macht-Dynamiken wie Boss/Angestellter, Lehrer/Student, Offizier/Soldat, Mönch/Novize, Arzt/Patient oder viele Varianten dominanter und submissiver Konstellationen. Auch historisch inspirierte Spielszenen wie Adlige und Dienerschaft oder militärische Rollenordnungen fallen darunter. Wichtig ist, dass alle Rollen menschlich bleiben und kein Bestandteil der Session eine nichtmenschliche Identität symbolisiert.
Für viele Spieler ist All Human relevant, weil es die psychologische Intensität erhöht. Menschliche Rollen wirken greifbarer, realistischer und emotional unmittelbarer als verspielte Fantasie-Identitäten. Dadurch entstehen tiefere Machtgefüge, ernstere Tonalitäten und eine deutliche Konzentration auf Kommunikation, Körpersprache, Grenzen und Autorität. Manche erleben All Human als intensiver, weil die Dynamik unmittelbar mit dem echten Leben verknüpft bleibt. Unterschiedliche menschliche Rollen erzeugen starke emotionale Reaktionen, weil sie vertraute soziale Strukturen widerspiegeln. Dies kann Submission verstärken oder Dominanz intensiver wirken lassen.
All Human wird oft gewählt, wenn Spieler Wert auf psychologische Authentizität legen. In einer Session ohne Fantasiewesen oder tierähnliche Elemente werden Emotionen, Erwartungen und Reaktionen direkter. Ein dominanter Chef muss überzeugen, ein strenger Ausbilder muss klar kommunizieren, ein medizinisch spielender Arzt muss professionell bleiben. Diese menschliche Authentizität führt zu einer hohen Glaubwürdigkeit der Rollen, wodurch die gesamte Session tiefgehender und realistischer wirkt. Viele dominanten Spieler beschreiben All Human als eine Form natürlicher Autorität, weil sie reale soziale Hierarchien verstärkt abbildet. Submissive Spieler erleben die menschliche Nähe oft als gleichzeitig fordernd und beruhigend, da sie sich in Rollen bewegen, die emotional nachvollziehbar sind.
Ein weiterer Vorteil von All Human ist die klare Abgrenzung zu Bereichen, die rechtlich oder moralisch missverständlich sein könnten. Indem Rollen ausschließlich menschlich definiert sind, fällt es leichter, Grenzen zu erklären. Damit eignet sich All Human besonders für Paare, die Wert auf direkte Kommunikation, klare Szenenabsprachen und vollständige Transparenz legen. Die Dynamik bleibt dabei selbstverständlich einvernehmlich, ritualisiert oder erotisch aufgeladen, aber sie verliert nie den Bezug zu realen Rollenbildern.
All Human kann in vielen BDSM-Richtungen eingesetzt werden: Dominanzspiele, Service-Dynamiken, TPE-Elemente, psychologische Szenarien, Erziehungsdynamiken und strukturierte Rituale profitieren oft von dieser Klarheit. Die Session wird nicht durch Metaphern oder nichtmenschliche Fantasieformen verzerrt, sondern konzentriert sich voll auf das spielerische Verhältnis zwischen zwei Erwachsenen. Das ermöglicht eine präzise Führung und ein authentisches Erleben der Machtbalance.
Die Intensität von All Human hängt stark von der Kommunikation ab. Da die Rollen weniger verspielt und eher realitätsnah sind, benötigen manche Spieler klare Absprachen zur Abgrenzung zwischen Spiel und Alltag. Der Wechsel in die Szene und der Ausstieg aus der Rolle sollten bewusst gestaltet werden, damit die Session klar definiert bleibt. Besonders bei strengen oder psychologisch fordernden Rollen sollte der Dominant sich seiner Verantwortung bewusst sein: Auch All Human verlangt Sicherheit, emotionale Stabilität und kompetente Führung. Die reale Nähe der Rollen darf niemals zu emotionaler Überschreitung führen.
Nach einer Session ist auch bei All Human eine Form von Aftercare sinnvoll. Viele Spieler berichten, dass der Realitätsbezug des Spiels emotional intensiver wirken kann und deshalb bewusste Nachbetreuung wichtig bleibt. Ein Gespräch über das Erlebte, Integration der Gefühle und körperliche Stabilisierung helfen, das Spiel von der Alltagsidentität zu trennen und positive Dynamiken zu fördern.
All Human ist somit ein wichtiges BDSM-Konzept, das eine klare und bewusst menschliche Rollengestaltung beschreibt. Es bietet Spielern, die realistische Machtgefüge, glaubwürdige Rollen und psychologisch intensive Dynamiken bevorzugen, eine strukturierte und sichere Grundlage. Für viele ist diese Form des Spiels die authentischste Art, Dominanz und Submission zu erleben, weil sie direkt mit sozialen Strukturen, menschlicher Kommunikation und emotionaler Nähe verknüpft ist.
Einvernehmlichkeit
Wie in allen BDSM-Praktiken gilt auch hier, dass alle Handlungen vorher vereinbart und einvernehmlich sind.
Klar definierte Rollen
Die Beteiligten übernehmen Rollen wie Dom/Sub, Top/Bottom oder andere menschliche Charaktere, ohne zusätzliche tierische oder nicht-menschliche Aspekte einzubringen.
Ähnlich wie bei anderen BDSM-Praktiken bestehen Risiken wie emotionale oder physische Überforderung, weshalb Kommunikation und Sicherheitsmechanismen wie Safe Words essenziell sind.
Abhängig von der jeweiligen BDSM-Praktik (z. B. Seile, Peitschen, Masken).
Kein spezifisches Equipment aus der Tier- oder Puppenrolle erforderlich.
Die Dauer kann je nach Art der Session variieren, von kurzen Spielsitzungen bis hin zu längeren dynamischen Interaktionen.
Eignung
Vorbereitung
Aftercare
Typische Kontexte
Abgrenzung zu anderen Praktiken
Empfohlene Literatur:
Der Begriff All Human entstand in den frühen Internetforen und BDSM-Communities der 1990er Jahre, als Spieler begannen, Rollenspiele systematisch zu kategorisieren. Um Szenarien klar von Petplay, Furry-Dynamiken und fantastischen Rollen zu unterscheiden, führte die Community den Ausdruck All Human ein. Der Begriff verbreitete sich schnell, weil er eine eindeutige, leicht verständliche Abgrenzung bot und dabei half, Sessions sauber zu definieren. In Workshops, Leitfäden und Online-Rollenspielgruppen etablierte sich All Human als Standardbegriff, der beschreibt, dass alle Spieler voll menschliche Rollen wählen und Fantasieformen ausgeschlossen bleiben. Heute ist All Human ein international genutzter Fachbegriff, der Klarheit, Konsens und realitätsnahe BDSM-Dynamiken strukturiert beschreibt.
Der Begriff wird oft als Abgrenzung zu Szenarien verwendet, bei denen Elemente wie Pet-Play (Tierrollen) oder der Einsatz von Puppen, Fantasiefiguren oder anderen nicht-menschlichen Rollen im Mittelpunkt stehen. In einem All Human-Szenario wird das Menschsein und die zwischenmenschliche Dynamik betont, ohne dass tierische oder fantasievolle Charaktere eine Rolle spielen.
Der Begriff entstand als Abgrenzung innerhalb der vielfältigen BDSM-Szene, in der Pet-Play, Monster-Fantasien oder Puppen-Spiele eine beliebte Unterkategorie darstellen. All Human fokussiert sich darauf, bewusst diese Fantasien auszuschließen und auf rein menschliche Interaktionen zu setzen.
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