BREATHPLAY

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DEFINITION

Breathplay bezeichnet BDSM-Praktiken, bei denen die Atmung einer Person absichtlich eingeschränkt oder kontrolliert wird, um intensive körperliche und emotionale Empfindungen hervorzurufen.

BESCHREIBUNG

BreathPlay – häufig auch „Edge Play“ genannt – ist eine der intensivsten, gefährlichsten und zugleich psychologisch anspruchsvollsten BDSM-Praktiken. Es umfasst jede Form der gezielten Beeinflussung der Atmung einer Person: durch Druck auf den Hals, Kontrolle des Luftraums, Blockieren der Luftzufuhr oder die Manipulation des Atemrhythmus. Im Gegensatz zu vielen BDSM-Spielen, die hauptsächlich Schmerz, Macht oder psychologische Elemente einbeziehen, arbeitet BreathPlay direkt am fundamentalen Körpermechanismus des Atmens, was die Praxis extrem intensiv und gleichzeitig hochriskant macht.

Viele Menschen empfinden BreathPlay als stark verbindend, weil es auf einer tiefen Vertrauensbasis beruht. Luftentzug kann Gefühle von Macht, Kontrolle, Hingabe, Ohnmacht oder intensiver Nähe hervorrufen. Submissive Personen berichten häufig von einem Zustand veränderter Wahrnehmung: Die Sinne werden schärfer oder enger, der Körper fühlt sich empfindlicher an, Emotionen intensivieren sich. Dominante Personen wiederum empfinden die vollständige Kontrolle über einen so fundamentalen Prozess als besonders machtvoll — allerdings auch als große Verantwortung.

Praktisch gibt es verschiedene Formen des BreathPlay. Dazu zählen das leichte Zusammendrücken des Halses mit der Hand, das kontrollierte Einschränken der Atmung mit Körpergewicht, das Spiel mit dem Atemrhythmus, Hand-über-Mund-Techniken oder der Einsatz von Materialien wie Masken. Jede dieser Varianten hat eigene Risiken, eigene psychologische Effekte und eigene Sicherheitsanforderungen. Der gemeinsame Nenner bleibt jedoch derselbe: Die Atmung wird beeinflusst — und das kann extrem gefährlich sein, wenn es falsch oder unachtsam durchgeführt wird.

Der psychologische Reiz entsteht oft dadurch, dass Atemkontrolle tief im menschlichen Sicherheitsempfinden verankert ist. Atmen ist der grundlegendste Lebensprozess, und jede Manipulation daran löst automatisch starke körperliche und emotionale Reaktionen aus. Viele Menschen empfinden diese Intensität als erotisch, spirituell oder emotional, andere als kathartisch oder befreiend. Für manche Subs spielt der Kontrollverlust eine Rolle, für andere die absolute Fokussierung auf den Partner oder das Loslassen jeder Bewegung außer dem Moment selbst.

Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, dass BreathPlay keinerlei Fehler verzeiht. Schon wenige Sekunden zu viel Druck können zu Bewusstlosigkeit, Sauerstoffmangel, Nervenschäden oder im schlimmsten Fall zu tödlichen Folgen führen. Ein häufiges Missverständnis ist, dass man „sehen“ könne, ob jemand noch genug Luft bekommt. Das stimmt nicht. Der Körper reagiert verzögert, manche Menschen können sehr ruhig erscheinen, obwohl sie bereits in eine gefährliche Unterversorgung geraten. Auch das klassische Safeword kann nicht benutzt werden, wenn eine Person nicht mehr sprechen kann.

Deshalb bauen seriöse BreathPlay-Dynamiken auf ausführlicher Kommunikation, Aufklärung, klaren Grenzen und ständiger Aufmerksamkeit auf. Ein Dom, der BreathPlay einsetzt, muss sicher und verantwortungsvoll agieren, ständig beobachten und jederzeit abbrechen können. Er muss wissen, wie der Körper auf Sauerstoffmangel reagiert und wann Alarmzeichen auftreten: panische Augenbewegungen, veränderte Hautfarbe, motorische Schwierigkeiten, verlängerte Pausen beim Einatmen. Auch das mentale Nachsorgegespräch ist wichtig, da BreathPlay intensive emotionale Nachwirkungen haben kann.

Für Submissive Personen ist es wichtig, ihre Grenzen und Reaktionen gut zu kennen. Manche genießen nur sehr leichte Formen des BreathPlay, etwa die psychologische Komponente eines sanften Halsgriffs ohne echten Druck. Andere bevorzugen das Ausschalten der Atmung für kurze Momente. In allen Fällen gilt: Die Beteiligten müssen Verantwortung übernehmen und sich der Risiken bewusst sein.

BreathPlay kann sinnlich, intensiv und transformierend sein — es kann aber auch riskant, überwältigend oder gefährlich werden, wenn die falsche Person es anwendet oder die Situation außer Kontrolle gerät. Für viele Menschen bleibt es daher eine Form des „Edge Play“, die nur zwischen Partnern praktiziert wird, die ein tiefes Vertrauen, umfangreiche Erfahrung und klare Kommunikationsstrukturen besitzen.

Am Ende basiert BreathPlay weniger auf Technik, sondern auf Verantwortung. Die Intensität entsteht aus Macht, Nähe, Verwundbarkeit und psychologischer Tiefe. Der Preis dieser Intensität ist ein erhöhtes Risiko, das niemals unterschätzt werden darf.

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PRINZIPIEN

Einvernehmlichkeit

Alle Beteiligten müssen die Risiken verstehen und der Praktik ausdrücklich zustimmen.

 

Sicherheit

Breathplay birgt erhebliche Gesundheitsrisiken, einschließlich Bewusstlosigkeit oder Tod, und sollte nur mit entsprechenden Vorkehrungen durchgeführt werden.

 

Kommunikation

Vor der Session sollten klare Signale (z. B. Klopfzeichen) für Notfälle festgelegt werden, da verbale Safewords während Breathplay nicht verwendet werden können.

 

Formen des Breathplay

  • Manuelles Atemkontrollieren: Durch Zuhalten von Mund und Nase oder Anlegen der Hand am Hals.
  • Druck auf den Hals: Durch Hände oder andere Hilfsmittel, um die Luftzufuhr zu begrenzen.
  • Masken oder Atemgeräte: Einschränkung der Atmung durch spezielle BDSM-Ausrüstung.
  • Plastic Play: Verwendung von Tüchern oder Folie, um die Luftzufuhr zu reduzieren.

RISIKEN

Sauerstoffmangel

Kann innerhalb weniger Sekunden zu Bewusstlosigkeit oder dauerhaften Schäden führen.

 

Kreislaufprobleme

Atemeinschränkungen können Herz und Kreislauf stark belasten.

 

Halsverletzungen

Unsachgemäßer Druck auf den Hals kann zu inneren Verletzungen oder Schädigungen führen.

 

Tod

Bei unsachgemäßer Durchführung besteht ein ernsthaftes Risiko des Todes.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Hilfsmittel

Masken, Atemgeräte oder weiche Materialien für kontrollierte Einschränkungen.

 

Erste-Hilfe-Ausrüstung

Sauerstoffmasken oder Wiederbelebungshilfen für Notfälle.

 

Stoppuhren oder Timer

Um die Dauer der Einschränkung genau zu überwachen.

 

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ANWENDUNGS INFORMATION

Die Einschränkung der Atmung sollte immer sehr kurz gehalten werden und unter ständiger Beobachtung stattfinden. Anfänger sollten sich langsam an diese Praxis herantasten und nur mit erfahrenen Partnern üben.

Breathplay ist nur für sehr erfahrene BDSM-Praktizierende geeignet, die die Risiken vollständig verstehen und bereit sind, alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Es erfordert ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Partnern.

 

Vorbereitung

  • Medizinisches Wissen: Kenntnisse über Anatomie, Atmung und Wiederbelebung sind unerlässlich.
  • Klares Protokoll: Absprachen über die Dauer und Art der Einschränkung sowie Notfallmaßnahmen müssen vorab getroffen werden.
  • Sicherer Ort: Die Session sollte in einem sicheren Umfeld stattfinden, mit Zugang zu Hilfsmitteln im Notfall.

 

Aftercare
Nach einer Breathplay-Session sind körperliche und emotionale Nachsorge essenziell:

  • Körperliche Pflege, z. B. Massagen des Halsbereichs oder Entspannungstechniken.
  • Gespräche, um sicherzustellen, dass beide Parteien das Erlebte gut verarbeiten können.

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • „Edge Play: Extreme Forms of SM“ von Joseph W. Bean
  • „Screw the Roses, Send Me the Thorns“ von Philip Miller und Molly Devon

URSPRUNG

Der Begriff „BreathPlay“ tauchte in den frühen 1980er- und 1990er-Jahren in der amerikanischen BDSM-Subkultur auf, als Praktizierende begannen, besonders riskante Formen von Dominanz und Kontrollverlust zu kategorisieren. Im Unterschied zu klassischen Bondage- oder Pain-Praktiken wurde schnell deutlich, dass Atemkontrolle so grundlegend und gefährlich ist, dass sie eine eigene Bezeichnung benötigte. Damit wurde der Ausdruck Teil der sogenannten „Edge-Play“-Kategorie — Spielarten, die bewusst an psychische oder körperliche Grenzen gehen.

Seinen Aufstieg verdankt der Begriff der zunehmenden Verbreitung von BDSM-Workshops, Magazinen und Foren in den 1990ern, in denen Praktizierende Erfahrungsberichte, Sicherheitshinweise und Strukturen zum Umgang mit extremen Praktiken veröffentlichten. Dabei wurde zunehmend klar, dass Atemkontrolle mehr ist als ein „hartes Spiel“: Sie ist ein vollständig eigener Bereich, der physiologische, psychologische und emotionale Komponenten verbindet.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich „BreathPlay“ zu einem international anerkannten Begriff, der heute sowohl in BDSM-Communities als auch in sicherheitsorientierten Leitfäden verwendet wird — oft begleitet von ausführlichen Warnhinweisen und der Betonung, dass es sich um eine fortgeschrittene Form des BDSM handelt.

Dies kann durch das Zuhalten von Mund und Nase, das Tragen von Masken oder das Anwenden von Druck auf den Hals erfolgen. Breathplay ist eine der riskantesten BDSM-Praktiken und erfordert umfassende Kenntnisse, hohe Aufmerksamkeit und absolutes Vertrauen zwischen den Beteiligten.

Die Praxis des Breathplay ist in der BDSM-Community verbreitet und wird oft als Mittel genutzt, um Macht und Kontrolle zu demonstrieren. Sie basiert auf der intensiven körperlichen Reaktion, die durch die Einschränkung der Atmung hervorgerufen wird. In der BDSM-Szene wird Breathplay häufig mit Dominanz und Hingabe assoziiert.

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