FACESITTING

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DEFINITION

Facesitting bezeichnet im BDSM das Sitzen auf dem Gesicht eines Partners. Dabei kann der Fokus auf Dominanz, Lustkontrolle, Machtgefälle oder Atembeeinflussung liegen. Die Praktik reicht von rein erotischer Positionierung bis hin zu intensiven D/s-Szenarien.

Face-Sitting ist eine sehr körpernahe, dominant-submissive Praktik. Sie kann sensual, spielerisch, sexualisiert oder stark machtbetont eingesetzt werden. Die dominante Person (Top) sitzt auf dem Gesicht, dem Mund oder in der Nähe der Nase der submissiven Person (sub).

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PRINZIPIEN

SSC – Safe, Sane, Consensual

Face-Sitting benötigt klares, nüchtern vereinbartes Einverständnis, da Atmung und Druck involviert sind.

RACK – Risk Aware Consensual Kink

Wichtig, weil Risiko für Atemblockade besteht → beide müssen es bewusst eingehen.

PRICK – Personal Responsibility Informed Consensual Kink

Top muss wissen, wie Gewicht & Druck wirken; sub muss eigene Grenzen korrekt kommunizieren.

RISC – Risk-Informed, Supported Consent

Sinnvoll, da psychische Reaktionen (Überwältigung, Panik) auftreten können → Unterstützung & Sicherheit erforderlich.

Themenspezifische Prinzipien

1. Prinzip der Atemsicherheit

Atmung darf niemals unbeabsichtigt blockiert werden.

2. Prinzip der kontrollierten Lastverteilung

Gewicht wird bewusst dosiert (Hände/Beine abstützen, nicht volles Körpergewicht).

3. Prinzip des klaren Feedbacks

sub muss jederzeit Signal geben können – verbal oder nonverbal.

4. Prinzip der Kopf- & Nackenschonung

Positionierung erfolgt so, dass keine Überstreckung entsteht.

5. Prinzip der psychischen Stabilität

Die Nähe & Kontrolle kann emotional überwältigen → vorher klären.

6. Es gibt verschiedene Ausprägungen:

  • Classic Face-Sitting
    Top sitzt mit vollem Körpergewicht oder teilweisem Gewicht auf Gesicht/Mund, sub kann atmen.

  • Reverse Face-Sitting
    Top sitzt rückwärts, sub sieht Gesäß oder Genitalien von unten.

  • Control Sitting
    Dominanz steht im Fokus; sub darf sich kaum bewegen.

  • Erotisches Face-Sitting
    Lust, Nähe und orale Stimulation sind zentral.

  • Edge-Play Face-Sitting
    beinhaltet Atemreduktion (hochrisikoreich → strenge Sicherheitsregeln nötig).

RISIKEN

Face-Sitting gehört zu den Praktiken, die leicht unterschätzt werden.
Hauptgefahren:

  • Atembeeinträchtigung

  • Panikreaktionen

  • Nackenbelastung

  • Verrutschen & ungewolltes Blockieren der Atemwege

  • Kreislaufprobleme

  • unabsichtlicher Druck auf Luftröhre oder Nase

Sicherheitsregeln

  • nie gesamten Druck auf das Gesicht geben

  • immer eine Fluchtmöglichkeit für sub lassen

  • Beine/Arme nicht vollständig fixieren bei Anfängern

  • klare Abbruchsignale vereinbaren

  • Gesicht regelmäßig entlasten

  • Kopf stabil lagern (Kissen!)

  • niemals bei Krankheit, Panikstörung oder Atemproblemen

Für Atemspiele gilt:

Das ist Edge Play → nur für Erfahrene, mit Notfallplan.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Komfort & Stabilität

  • weiche Unterlage (Bett, Matte, Liege)

  • Kissen zur Nackenentlastung

  • Polster zum Abstützen der Hände (für Top)

Fixierung (optional)

  • Hand- & Fußfesseln

  • Bettfessel-Systeme

  • Shibari-Seile (nur für Erfahrene)

Kommunikation & Sicherheit

  • Klingel, Klopfsignal oder anderes nonverbales Notfallsignal

  • Positionshilfen (Keilkissen)

  • weiche Decke oder Tuch zum leichten Abdunkeln

Aftercare

  • Wasser

  • Decke

  • ruhige Umgebung

  • emotionale Nähe (besonders nach intensiven Sessions)

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ANWENDUNGS INFORMATION

Dauer/Intensität

  • Anfänger:innen: Kurze Einheiten (1–2 Minuten mit Pausen)

  • Fortgeschrittene: Längere Sitzungen mit Wechsel zwischen Lust, Druck und Kontrolle

  • Intensität: Von zärtlich-dienend bis erdrückend-dominant (z. B. in Smothering-Spielen)

Eignung

  • Geeignet für: Personen mit Vorlieben für oral service, Machtspiele, körpernahe Dominanz, Atemkontrolle

  • Nicht geeignet für: Menschen mit Atemwegserkrankungen, Panikstörungen, Nackenproblemen oder instabiler Wirbelsäule

Vorbereitung

  • Konsensklärung: Wie tief darf gesessen werden? Wird aktiv stimuliert oder passiv ertragen? Gibt es Atempausen?

  • Körperliche Vorbereitung: Intimhygiene, Stretching (für lange Sitzpositionen), Kommunikation

  • Sicherheitsmaßnahmen: Zeichen zur sofortigen Unterbrechung, Position nicht vollständig fixieren, Druck gleichmäßig verteilen

Aftercare

  • Körperlich: Massage von Nacken und Kiefer, Wasser trinken, Atmung stabilisieren

  • Emotional: Austausch über Gefühle von Kontrolle, Lust, Ausgeliefertsein oder Erregung

  • Reflexion: War die Intensität angemessen? Gab es körperliche Beschwerden?

Sicherheitshinweise

  • Nie Nase und Mund gleichzeitig vollständig blockieren, ohne klare Kommunikation und Erfahrung

  • Handzeichen oder Klopfen ermöglichen, falls die Sprache nicht möglich ist

  • Kein volles Körpergewicht ohne Abstützen, insbesondere bei starkem Größen-/Gewichtsunterschied

  • Auf Kiefer und Hals achten – ständige Druckkontrolle

Varianten & Techniken

  • Kontrolle über Hüfte/Becken, um Druck zu variieren

  • Reiten statt Sitzen

  • Teilbelastung durch Abstützen auf Bett/Polster

  • Gesicht einrahmen oder fixieren

  • Haare greifen für Kontrolle (nur vorsichtig!)

  • Wechsel zwischen leichter Dominanz & intensiver Kontrolle

Kommunikation

  • immer vorher Grenzen klären

  • sub sollte sagen, wie viel Druck möglich ist

  • safewords + nonverbale Safesignale zwingend

  • sub muss jederzeit klar atmen können, falls kein Atemspiel beabsichtigt ist

Session-Integration

  • Ritual zur Positionsübernahme

  • submissives Knien oder Liegen vorbereiten

  • Face-Sitting als Belohnung oder Kontrolle

  • Kombination mit Bondage, Dirty Talk, Worship

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • „Das SM-Handbuch“ – Jay Wiseman
  • „Die Qual der Wahl“ – Matthias Grimme
  • „BDSM: Das Spiel mit der Macht“ – Felicity Jones
  • „Lust & Schmerz“ – Nina Sade
  • „SM-Leitfaden“ – Jörg Wilke
  • „SM 101: A Realistic Introduction“ – Jay Wiseman
  • „The New Topping Book“ – Easton & Hardy
  • „The New Bottoming Book“ – Easton & Hardy

URSPRUNG

Facesitting als erotisches Motiv ist in pornografischen Darstellungen und dominanzgeprägten Fetischszenarien weit verbreitet, insbesondere in Femdom-Content seit den 1970er-Jahren. Der Begriff ist im englischen Sprachraum verbreitet und wurde von dort in die europäische BDSM-Community übernommen.

Kurz gesagt: Woher kommt der Begriff FaceSitting?

Ursprung:

Pornografischer Slangbegriff des 20. Jahrhunderts (USA/UK)

Erste Verbreitung:

Erotikhefte & Pornostudios (1960er–1980er)

Eintritt in sexuelle Subkulturen:

Femdom-Studios & Dominationsszene (1980er–1990er)

Übernahme durch BDSM:

Internet-BDSM-Kultur ab den 1990ern

Heute:

Ein etablierter BDSM-Begriff für dominante Oral- und Körperkontrollpositionen

VERWANDTE BEGRIFFE

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