FEEDING

Teilen:

DEFINITION

Feeding bezeichnet im BDSM das bewusste Füttern, Beköstigen oder Kontrollieren der Nahrungsaufnahme eines submissiven Partners. Es kann erotisch, psychologisch, rituell oder machtbezogen eingesetzt werden. Feeding umfasst sowohl sinnliche als auch dominante Aspekte, die von liebevoller Versorgung bis zu strengen Regeln über Essen und Trinken reichen.

Diese Praktik kommt in verschiedenen Ausprägungen vor – von zärtlich-ritualisiertem Versorgen (z. B. in Caregiver-Little-Dynamiken) bis hin zu extremeren Varianten wie dem gezielten Überfüttern mit dem Ziel körperlicher Veränderung (z. B. im Kontext von Feederism). Feeding kann auch Teil von Power Exchange, Objectification, Humiliation Play oder Erotic Control sein.

Auf der Suche nach gleichgesinnten oder weiterführenden Austausch?

PRINZIPIEN

SSC – Safe, Sane, Consensual

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder gesundheitliche Besonderheiten müssen berücksichtigt werden.

RACK – Risk Aware Consensual Kink

Manche Feeding-Praktiken enthalten Risiken (Verschlucken, Überessen, Zwangsmomente), die bewusst eingeschätzt werden müssen.

PRICK

Die Beteiligten müssen wissen, warum Feeding eingesetzt wird, was die Wirkung ist und welche Grenzen bestehen.

RISC

Besonders wichtig, wenn Feeding mit psychologischen Themen wie Kontrolle oder Erniedrigung verknüpft wird.

RISIKEN

Körperliche Risiken

  • Allergien oder Unverträglichkeiten

  • Verschlucken bei zu schnellem Füttern

  • Übelkeit bei übermäßigen Mengen

  • Flüssigkeitsmangel oder Übertrinken bei extremen Ritualen

Emotionale Risiken

  • Scham oder Überforderung

  • Erniedrigung, wenn ungewollt eingesetzt

  • Kontrollverlust, der zu Stress führen kann

Feeding darf niemals gegen den Willen einer Person erfolgen und muss klar kommuniziert werden.

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Grundausstattung

  • Lebensmittel oder Getränke

  • kleine Snacks, Früchte, Desserts

  • Wasser oder Getränke für ritualisierte Fütterung

Optional je nach Setting

  • Fütterschalen oder Napf (bei Pet Play)

  • Löffel, Gabel oder Hände

  • Tücher oder Servietten

  • ggf. Essensritual-Utensilien

  • sichere Sitzposition, um Verschlucken zu vermeiden

Für rituelle oder dominante Settings

  • Vorgaben (Notizbuch für Regeln)

  • Timer für Zeiten

  • Zubereitung nach Anweisung

AUSRÜSTUNG KAUFEN

ANWENDUNGS INFORMATION

Dauer/Intensität

  • Kurzzeitige Spielszenen: z. B. füttern während einer Session, Dessert-Spiel

  • Langfristige Dynamiken: z. B. tägliche Gewichtskontrolle, kontrollierte Ernährung, Body Transformation Fetish

  • Intensität: Von sanft-romantisch bis tief kontrollierend oder demütigend

Eignung

  • Geeignet für: Personen mit Vorliebe für Kontrolle, Fürsorge, Fetische rund um Körperformen, Machtspiel durch Essen

  • Nicht geeignet für: Menschen mit Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge Eating), gesundheitlichen Einschränkungen oder Triggern rund um Körperbild/Konsum

Vorbereitung

  • Einvernehmliche Absprache: Was wird gefüttert, wie viel, in welchem Kontext (sinnlich, erniedrigend, fürsorglich?)

  • Körperliche Sicherheit beachten: Keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten, keine Zwangseinflößung ohne Fachwissen

  • Emotionale Grenzen klären: z. B. Umgang mit Scham, Körperveränderungen, langfristigen Auswirkungen

Aftercare

  • Körperpflege: Nachfühlen von Fülle, Massage, Ruhe

  • Emotionale Reflexion: Gespräche über Lust, Scham, Erregung

  • Ernährungsausgleich: Kein gefährlicher Nahrungsentzug oder -zwang danach

Sicherheitshinweise

  • Nicht gegen medizinischen Rat handeln

  • Keine Überfütterung bis zur Übelkeit

  • Kein Druck zu körperlichen Veränderungen, wenn nicht explizit gewünscht

  • Keine Verwendung von gefährlichen Substanzen (z. B. Abführmittel, Brechreizmittel)

Formen von Feeding

  • sinnliches Füttern (z. B. Früchte, Desserts, Fingerfeeding)

  • ritualisiertes Feeding innerhalb einer festen D/s-Beziehung

  • Feeding im Rahmen von Pet Play (z. B. Napf, Handfütterung)

  • strenge Kontrolle der Essenszeiten oder Essensmengen

  • Feeding als Belohnung oder Bestandteil des Aftercare

  • Feeding als erotisches Ritual vor oder nach Sessions

Rollenverteilung

  • Der dominante Part entscheidet über das Wann, Wie und Was

  • Der submissive Part nimmt Essen oder Trinken durch die Führung des Tops an

  • Feeding stärkt D/s-Bindung, Vertrauen und Intimität

Psychologische Wirkung

Feeding kann:

  • Nähe und Bindung stärken

  • Vertrauen erhöhen

  • Hingabe symbolisieren

  • Machtstrukturen festigen

  • Degradierung oder Erhöhung transportieren (je nach Setting)

Es kann also je nach Kontext von zärtlich-nährend bis streng-dominant gestaltet werden.

LITERATUR

Empfohlene Literatur:

  • Matthias Grimme: Das SM-Handbuch, Charon-Verlag
  • D. W. Pretorius: BDSM und emotionale Dynamiken
  • H. Molitor: Fetischwelten: Körper, Objekt und Erotik
  • The New Bottoming Book – Janet W. Hardy & Dossie Easton
  • The New Topping Book – Janet W. Hardy & Dossie Easton

URSPRUNG

Feeding als erotisches Motiv hat kulturelle Bezüge, z. B. in der Kunst, Literatur oder bestimmten Fetischnischen (z. B. „Fat Admirers“ oder historische Schönheitsideale). In der BDSM-Szene wurde Feeding durch Fetischforen, Subkulturen wie Feederism oder Caregiver Dynamics sichtbarer.

VERWANDTE BEGRIFFE

TransparenzHinweis:

Manche Links in diesem Wiki sind Affiliate-Links. Ein Kauf über diese Links kostet dich keinen Cent mehr, hilft aber dabei, unsere Community und die Erstellung neuer Inhalte zu unterstützen. Danke, dass du unser Projekt mitträgst.

Please login to use this feature.

Unser Ziel ist es, Menschen bestmöglich zu unterstützen. Dieses Prinzip bildet die Grundlage unseres Handelns und ist der Schlüssel zum Erfolg – besonders in der Welt von BDSM, Vertrauen und Wachstum.

MENU:

KONTO

Einloggen oder anmelden