GOREAN POSITIONS

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DEFINITION

Gorean Positionen sind klar definierte Körperhaltungen aus dem Gorean- und BDSM-Kontext, die von submissiven Personen wie Kajirae oder Kajiri eingenommen werden. Sie dienen der Präsentation, Unterwerfung, Disziplin, Erotisierung, Kommunikation und Ritualstruktur in einer Gorean-D/s-Dynamik. Jede Position hat eine eigene symbolische Bedeutung und einen festen Ablauf.

BESCHREIBUNG

In den „Chronicles of Gor“ von John Norman sind Körperhaltungen ein zentraler Bestandteil der Kultur. Sie dienen nicht nur der Darstellung von Rang und Status, sondern sind auch ein Mittel, um Dominanz, Kontrolle und Submission auf rituelle Weise zum Ausdruck zu bringen.

Im BDSM-Kontext wurden diese Positionen übernommen, um:

  • Rollen klar zu definieren

  • Szenen zu strukturieren

  • klare Präsentationspunkte zu setzen

  • D/s-Dynamiken emotional zu vertiefen

  • erotische Wirkung zu erzeugen

  • Ritualisierung in Sessions oder im Lifestyle zu ermöglichen

Die Positionen sind streng formalisiert und sind weniger flexibel als typische BDSM-Haltungen. Eine Gorean-Position soll:

  • präzise

  • ästhetisch

  • gehorsam

  • eindeutig lesbar

  • respektvoll

  • ruhig

  • kontrolliert

ausgeführt werden.

Viele submissive Menschen empfinden diese Haltungen als meditativ und emotional intensiv, da sie klare Rollen, Ruhe und Fokus vermitteln.

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PRINZIPIEN

Einvernehmlichkeit

Auch wenn die Positionen streng aussehen: Sie werden freiwillig und konsensual eingenommen.

SSC – Safe, Sane, Consensual

  • nur körperlich mögliche Positionen

  • keine Überlastung der Gelenke

  • Pausen notwendig

RACK – Risk Aware Consensual Kink

  • intensive Positionen können psychische Wirkung haben

  • Schmerzen oder Taubheit müssen kommuniziert werden

PRICK

  • Master/Mistress achten auf Verantwortung und Machtausübung

  • Sub achtet auf körperliche Grenzen

RISC

Bei sexualisierten Positionen gilt ein besonders achtsamer Umgang mit Zustimmung.

RISIKEN

Physische Risiken

  • Kniebelastung

  • Sprunggelenksschmerzen

  • Rückenüberlastung bei falscher Haltung

  • Taubheitsgefühl

Emotionale Risiken

  • Überforderung

  • Leistungsdruck

  • Trigger durch strenge Haltung

Psychologische Risiken

  • Burnout durch Perfektionismus

  • falsche Selbstbewertung

Soziale Risiken

  • Missverständnisse durch Außenstehende

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

Nicht zwingend, aber hilfreich:

  • weiche Kneelpads

  • Kissen für Präsentationsbereiche

  • Position Cards (als Trainingstools)

  • Kleidung: Silks, Tuniken oder nackt

  • Matten, Teppiche oder speziell eingerichtete Zonen

  • Fesseln oder Ringe für weiterführende Positionen

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ANWENDUNGS INFORMATION

Die wichtigsten Gorean Positionen (mit ausführlicher Beschreibung)

1. Nadu (Basic Position)

Beschreibung:
Die klassische Kajira-Präsentationsposition.

  • Knien, Beine leicht gespreizt

  • Rücken gerade

  • Hände auf den Oberschenkeln

  • Brust stolz angehoben

  • Blick gesenkt oder nach vorn gerichtet

  • meist ohne Kleidung oder in Silks

Bedeutung:
Bereitschaft, Offenheit, Gehorsam, Erotik.
Zentral für fast jede Gorean-Dynamik.

2. Tower

Beschreibung:
Defensives, zurückhaltendes Knien.

  • Knie zusammen

  • Hände auf den Oberschenkeln

  • Rücken gerade

  • Kopf gesenkt

Bedeutung:
Für Gäste, formelle Situationen oder wenn Erotik nicht im Vordergrund steht.

3. Bara

Beschreibung:
Unterwerfungshaltung.

  • Sub liegt auf dem Bauch

  • Handgelenke hinter dem Rücken

  • Fußgelenke zusammen

Bedeutung:
Signal der totalen Hingabe oder Bereitschaft zur Fesselung.

4. Bracelets

Beschreibung:

  • Knien oder Stehen

  • Handgelenke nach vorne gestreckt

  • Kopf gesenkt

  • Rücken gerade

Bedeutung:
Aufforderung oder Bereitschaft zur Fesselung.

5. Lesha

Beschreibung:

  • Sub liegt auf der Seite

  • Hände am Rücken oder zur Fesselung bereit

  • Knie leicht angezogen

Bedeutung:
Passivität, Immobilität, Vorbereitung auf Transport, Ruhestellung.

6. Sula

Beschreibung:
Erotische Rückenlage.

  • Sub liegt flach auf dem Rücken

  • Beine leicht gespreizt

  • Hände nach oben oder seitlich

  • Brust geöffnet

Bedeutung:
Sexuelle Präsentation, Lustdarbietung.

7. Sula-Ki

Beschreibung:
Wie Sula, aber mit erhobenem Becken.

  • Hände über dem Kopf oder seitlich

  • Becken angehoben

  • Beine leicht geöffnet

Bedeutung:
Starke erotisierte Darbietung.

8. Nadu variant: Nadu (High)

Beschreibung:

  • Knien

  • Brust stärker herausgestreckt

  • Hände deutlich hinter dem Rücken

Bedeutung:
Aufforderung, Stolz, klare erotische Präsentation.

9. Submit Position

Beschreibung:

  • Sub kniet

  • Hände gefaltet über dem Kopf

  • Kopf nach unten

  • Rücken gekrümmt

Bedeutung:
Absolute Unterwerfung. Wird seltener, aber rituell genutzt.

10. Stand

Beschreibung:

  • Füße schulterbreit

  • Hände hinter dem Rücken

  • Brust angehoben

  • Blick gesenkt

Bedeutung:
Respektvolle neutrale Präsentation.

11. Whipping Position

Beschreibung:

  • Hände hoch über dem Kopf

  • Rücken gerade

  • Beine leicht gespreizt

Bedeutung:
Vorbereitung für Impact Play wie Gerte oder Rute.

12. Display Position

Beschreibung:

  • Stehend oder kniend

  • Oberkörper stolz geöffnet

  • Beine in ästhetischer Position

  • Kopf gedreht oder gesenkt

Bedeutung:
Zur Präsentation für Gäste, Master oder bei Zeremonien.

13. Position for Inspection

Beschreibung:

  • Beine etwas weiter geöffnet

  • Hände hinter dem Kopf

  • neutrale Körperhaltung

Bedeutung:
Für körperliche Untersuchung, erotisch oder rituell.

14. Sleen Position

Beschreibung:
Anlehnung an Tierdarstellungen.

  • auf allen vieren

  • Kopf gesenkt

  • Rücken gerade

Bedeutung:
Objektifizierung, animalistische Unterwerfung.

15. Slaver’s Kiss Position

Selten, aber erotisch:

  • Hände nach hinten

  • Brust betont

  • Kopf angehoben

  • Lippen leicht geöffnet

Wie Gorean Positionen im BDSM genutzt werden

1. Präsentation & Ritual

Positionen dienen als:

  • Begrüßung

  • Ritualbeginn

  • Lustdarbietung

  • Einstieg in Sessions

  • Eigentumszeremonien

2. Training

Kajirae/Kajiri trainieren die Positionen regelmäßig.

3. Sexualisierte Dynamiken

Viele Positionen sind hoch erotisch.

4. Diszipln und Fokus

Sie fördern:

  • Körperkontrolle

  • Gehorsam

  • Ruhe

  • mentale Präsenz

5. 24/7-Dynamiken

Einige Paare integrieren Positionen in den Alltag.

LITERATUR

Empfohlene Literatur

  • BDSM & Rollenwechsel — D. H. Warren

  • Fesseln, Führen, Spielen — Monika K. Gast

  • Spieltrieb – Lust & Macht — Nora Lenz

  • Das SM-Handbuch — Phillip Miller & Molly Devon

  • Die Kunst der Dominanz — Lady Anya

  • „Kajira of Gor“ — John Norman

  • „Slave Girl of Gor“ — John Norman

  • „The Ultimate Guide to Kink“ — Tristan Taormino

  • „The Dominant’s Handbook“ — Robert J. Rubel

URSPRUNG

1. Ursprung von „Gor“: Die Romanreihe (ab 1966)

Der Begriff Gor stammt aus der Buchserie „Chronicles of Gor“ von John Norman (ab 1966).
Gor ist eine fiktive Welt mit:

  • strikten Rollenbildern

  • klaren Dominanz-/Unterwerfungsstrukturen

  • Sklavinnen („Kajirae“)

  • ritualisierten Machtverhältnissen

  • einem patriarchalen Ehrenkodex („Gorean Philosophy“)

Die Bücher sind Science-Fiction + Fantasy + Sexualpolitik, nicht BDSM.

2. Erotische Elemente – aber kein BDSM-Hintergrund

Die Bücher enthalten:

  • Sklaven-/Sklavinnenrollen

  • Machtverhältnisse

  • rituelle Unterwerfung

  • körperliche Strafen

  • detaillierte erotische Beschreibungen

Das macht die Reihe für BDSM-Leser interessant, aber:

Die Begriffe sind literarisch, nicht BDSM-historisch.
Sie wurden nicht von BDSM erfunden.
Die Romanwelt hat ihre eigene interne Logik.

3. Übernahme durch Subkulturen (1980er–2000er)

Fans der Gor-Romane entwickelten eigene Communities:

  • „Gorean Lifestyler“

  • Rollenspiel-Gruppen

  • Onlinerollenspiele (IRC, später Second Life)

  • Live-Rollenspiel-Elemente

  • philosophische Gruppen (Gorean Philosophy)

Einige dieser Gruppen begannen, Gor-Elemente in BDSM zu integrieren, z. B.:

  • permanente D/s-Rollen

  • ritualisiertes Sklaventraining

  • Befehls- und Servicerituale

  • „Kajira“-Rollen

  • Gorean Positions (spezifische Körperhaltungen)

Damit entstand eine Überlappung, aber kein gemeinsamer Ursprung.

4. Wie Gor in die BDSM-Szene kam

Durch:

  • Online-Communities der 1990er

  • BDSM-Foren

  • IRC Channels

  • frühe Rollenspielbereiche von FetLife

  • Second Life Gorean-Sims

  • Fanfiction

Ein Teil der BDSM-Szene übernahm die „Gorean Philosophy“ als Rollenspiel- oder Lifestyle-Element.

Aber:

Die BDSM-Szene hat nie Gor erfunden.
Gor ist eine literarische Parallelkultur, die teilweise in BDSM integriert wurde.
Es ist kein klassischer BDSM-Begriff.

5. Heute: Gor und BDSM – klare Trennung

In der heutigen Szene gilt:

  • Gor ist eine literarische Fantasywelt.

  • BDSM ist eine reale, einvernehmliche Sexual- und Beziehungskultur.

  • Es gibt Überschneidungen in Rollenspielen, aber keinen gemeinsamen Ursprung.

Viele BDSM-Menschen lehnen Gor sogar ab, weil es:

  • nicht einvernehmlich dargestellt ist,

  • extrem patriarchal ist,

  • nicht die modernen Consent-Standards (SSC/RACK) erfüllt.

Darum wird Gor heute oft als „separate Subkultur“ betrachtet.

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