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Polyamorie im BDSM — oft kurz „Poly“ genannt — bezeichnet die einvernehmliche Möglichkeit, mehrere emotionale und/oder sexuelle Beziehungen gleichzeitig zu führen. Im BDSM-Kontext umfasst Polyamorie häufig komplexe Machtgefälle, mehrere D/s-Dynamiken, unterschiedliche Rollenverteilungen und gemeinsame oder getrennte BDSM-Praktiken. Alles geschieht transparent, konsensual und für alle Beteiligten nachvollziehbar.
Polyamorie bedeutet „viele Lieben“ und basiert auf der Annahme, dass Menschen mehr als eine intime oder romantische Beziehung zugleich haben können, ohne Betrug oder Geheimhaltung.
Polyamorie ist kein Teil von BDSM per se, wird aber in vielen BDSM- und queeren Communities akzeptiert und aktiv gelebt, da sie Beziehungsvielfalt erlaubt und auf Transparenz, Einvernehmen und Kommunikation basiert.
Einvernehmlichkeit (Consent)
Poly und BDSM sind extrem zustimmungsbasiert.
Alle Beteiligten müssen informiert sein.
Transparenz
Keine Geheimnisse über:
Partner
Dynamiken
Bedürfnisse
Zeitmodelle
Exklusivität oder Nicht-Exklusivität
SSC
psychisch stabile Umgangsweise
keine manipulative Einflussnahme
Entscheidungen müssen rational fundiert sein
RACK
die emotionale Intensität in Poly-D/s kann riskant sein
Besitzgefühle, Eifersucht oder Verlustangst müssen bewusst reflektiert werden
PRICK
Dom trägt Verantwortung für Machtbalance
Subs tragen Verantwortung für Offenheit und Kommunikation
RISC
sexuelle Gesundheit
STI-Management
safer sex Vereinbarungen
Emotionale Risiken
Eifersucht
Konkurrenzverhalten
Verlustangst
Gefühl der Ungleichbehandlung
emotionale Erschöpfung
Physische Risiken
erhöhte STI-Risiken
häufigere Aftercare-Bedürfnisse
Psychologische Risiken
Überlastung
Burnout
Dominanzmissbrauch
Manipulation oder Co-Abhängigkeit
Soziale Risiken
Missverständnisse im Freundeskreis
gesellschaftliche Vorurteile
Outing-Gefahr
Präventive Maßnahmen
regelmäßige Reflexion
offene Kommunikation
Beziehungsgespräche
gesundes Tempo
Therapie oder Coaching bei Bedarf
Für Poly-Beziehungen gibt es keine materielle „Ausrüstung“, aber bestimmte Tools helfen dennoch:
Kommunikationstools
gemeinsame Chatgruppen
Kalender-Apps
Consent-Tools (z. B. „Yes/No/Maybe“-Listen)
Organisatorische Hilfsmittel
Beziehungstagebücher
Terminplanung
Vereinbarungen / Kontrakte
Für BDSM-bezogene Poly-Konstellationen
eigene Spielbereiche
gemeinsame Safeword-Regeln
Markierungen (Collars, Schmuck, Tattoos)
abgestimmtes Sicherheitszubehör
geteilte oder getrennte Toy-Sets
Eignung
Geeignet für: Menschen mit Wunsch nach Beziehungsvielfalt, emotionaler Offenheit, starker Reflexionsfähigkeit
Nicht geeignet für: Personen mit starkem Bedürfnis nach Exklusivität, unreflektierter Eifersucht oder Kontrollverhalten
Vorbereitung
Offene Selbstreflexion: Was sind meine Bedürfnisse, Kapazitäten, Grenzen?
Kommunikationsfähigkeit trainieren: ehrlich, offen, nicht verletzend
Absprachen klären: z. B. Zeitmanagement, Safe Spaces, Eifersuchtsumgang
Aftercare / Beziehungspflege
Auch in Poly-Kontexten wichtig:
Gefühle begleiten (Eifersucht, Unsicherheit)
Raum für Feedback, Rückversicherung
Gleichgewicht zwischen Selbstfürsorge & Beziehungsarbeit
Beziehungsmodelle innerhalb von Polyamorie
Hierarchisch: z. B. primäre & sekundäre Partner:innen
Nicht-hierarchisch: alle Beziehungen gleichwertig
Solo-Polyamorie: poly ohne feste(n) Partner:in
Beziehungsanarchie: völliger Verzicht auf normative Beziehungsgrenzen
Beziehungsklärung
Wichtige Fragen:
Wer hat welchen Status?
Was ist exklusiv?
Was ist offen?
Welche Praktiken sind erlaubt?
Wer darf mit wem spielen?
Regelwerke
BDSM-Polybeziehungen funktionieren am besten mit klaren Regeln wie:
Kommunikationspflicht
feste Absprachen zu Treffen
Transparenz über neue Partner
Einhaltung von STI-Protokollen
Zeitmanagement
Eine der größten Herausforderungen:
feste „Date Nights“
Spielzeit
Tagesrituale (z. B. Subs melden sich zu bestimmten Zeiten)
Gemeinsame Play-Partys
Viele Polycules gehen zusammen auf:
Play-Partys
Tantra-Events
Workshops
Fetischnächte
Eifersucht managen
Wichtige Techniken:
offene Gespräche
Reassurance („Ich sehe dich, du bist wichtig“)
klare Prioritäten
Grenzen definieren
keine Vergleiche
Poly und Eigentumsdynamiken
In manchen BDSM-Strukturen gilt:
Ein Dom besitzt mehrere Subs
Eine Sub dient mehreren Dominanten (selten, aber möglich)
Hierarchien können komplex sein
Empfohlene Literatur:
Begriff stammt aus dem griechischen „poly“ = viele und lateinischen „amor“ = Liebe
Populär geworden in den 1990er Jahren, u. a. durch Veröffentlichungen wie „The Ethical Slut“
In der Szene teils beeinflusst durch:
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