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Topdrop bezeichnet einen emotionalen oder körperlichen Tiefpunkt, den eine dominante oder führende Person (Top, Dom, Switch in Top-Rolle) nach einer BDSM-Session erleben kann. Ähnlich wie beim bekannten Subdrop kann es zu Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Leeregefühl, Selbstzweifeln oder Schuldgefühlen kommen – teils ausgelöst durch hormonelle Veränderungen, mentale Überforderung oder das emotionale Nachwirken intensiver Szenen.
Topdrops sind normal und nicht pathologisch, werden jedoch seltener thematisiert als Subdrops, da sie nicht ins dominante Rollenbild zu passen scheinen – was zur zusätzlichen Belastung führen kann.
SSC – Safe, Sane, Consensual
Auch dominanten Personen muss bewusst sein, dass sie psychisch nachhallen können. Sichere und verantwortungsvolle Vorbereitung verringert die Wahrscheinlichkeit eines instabilen Drop-Zustands.
RACK – Risk Aware Consensual Kink
Dominante Personen tragen Verantwortung für Risiken. Der damit verbundene Druck ist ein Faktor, der Top-Drop fördern kann.
PRICK
Sowohl Tops als auch Subs sollten transparent kommunizieren, was sie brauchen. Tops tragen Verantwortung, dürfen aber dennoch emotionale Bedürfnisse zeigen.
RISC
Reflektierter Umgang mit eigenen Triggern und Selbstzweifeln, besonders bei Szenen mit hoher psychologischer Tiefe.
Top-Drop kann zu riskanten Fehleinschätzungen führen, wenn er nicht erkannt wird. Mögliche Risiken sind:
Emotionale Risiken
Selbstzweifel
Überforderung
Schuldgefühle
Scham
das Gefühl, versagt zu haben
Angst, zukünftige Sessions durchzuführen
Körperliche Risiken
Kopfschmerzen
Kreislaufprobleme
Zittern
plötzliches Erschöpfungsgefühl
Gefährlich wird Top-Drop dann, wenn:
keine Kommunikation stattfindet
der Top seine Gefühle verdrängt
der Sub denkt, er hätte etwas falsch gemacht
beide Parteien ohne Nachsorge auseinandergehen
Top-Drop sollte offen angesprochen werden – am besten schon im Vorfeld.
Top-Drop selbst benötigt keine spezielle Ausrüstung, aber folgende Dinge unterstützen Nachsorge und emotionales Abklingen:
warme Getränke
Snacks
Decke oder Ruhezone
Kommunikationsgerät (für Nachkontakt)
Notizbuch für kurze Session-Reflexion
vorbereitete Aftercare-Abläufe
ruhige Umgebung
ggf. Massageöl oder Entspannungsrituale
Eignung
Topdrop kann bei allen Rollen auftreten, die während der Session die kontrollierende oder führende Position einnehmen – unabhängig vom Geschlecht oder Erfahrung
Häufiger bei:
Emotional fordernden Sessions
Ersterfahrung mit harter Bestrafung, CNC oder Sadismus
Verantwortungsvollen D/s-Dynamiken, in denen hohe emotionale Investition besteht
Vorbereitung
Emotionale Selbstreflexion vor der Session: Bin ich heute stabil genug für Verantwortung?
Klarer Rahmen und Einvernehmen mit dem Sub, um nachträgliche Unsicherheit zu reduzieren
Nachsorge auch für Tops mit einplanen
Realistische Erwartungen an sich selbst – Dominanz bedeutet nicht Unverwundbarkeit
Aftercare für Tops
Zuwendung durch den Sub (wenn abgesprochen) – z. B. gemeinsames Kuscheln, Lob, Danken
Gespräche führen: Was war gut? Was fühlte sich schwierig an?
Rückzug erlauben, wenn emotionale Verarbeitung gebraucht wird
Achtsamer Umgang mit Selbstkritik: Schuldgefühle sind normal, aber nicht immer begründet
Eventuell Tagebuch, Austausch mit anderen Tops oder Peer-Gruppen
Sicherheitshinweise
Nimm eigene Signale ernst – du musst nicht „funktionieren“
Lass dich nicht zu schnellen Revanche-Szenen hinreißen, um negative Gefühle zu verdrängen
Suche Austausch, wenn Topdrops häufig oder sehr intensiv auftreten
Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von emotionaler Reife, dies zu erkennen
Typische Symptome
Erschöpfung
Zweifel, ob man „gut genug“ war
Grübeln über die Session
emotionale Leere
Traurigkeit
Nervosität oder innerer Druck
verspätete Erkenntnis über eigene Überforderung
Rückzug oder der Wunsch nach Ruhe
körperliche Müdigkeit oder Zittern
Wann tritt Top-Drop auf?
nach der ersten Session mit einer neuen Person
nach Sessions, die riskanter waren (z. B. Impact Play, Deprivation, Edge-Play)
wenn große Verantwortung getragen wurde
wenn man die Grenzen der dominanten Rolle stark verkörpert hat
wenn der Sub emotional tiefer eingestiegen ist, als erwartet
wenn Unsicherheit oder Schamgefühle auftreten
Was hilft gegen Top-Drop?
bewusste Aftercare auch für die dominante Person
Austausch über Gefühle und Eindrücke
Bestätigung durch den Sub
Ruhe, Schlaf, Wärme
kleine Mahlzeit oder Zucker
ehrliche Kommunikation am nächsten Tag
Entlastung durch Perspektivwechsel („Wir haben das gut gemacht“)
Empfohlene Literatur:
Der Begriff „Topdrop“ entstand innerhalb der BDSM-Community, als bewusst wurde, dass auch dominante Personen intensive emotionale Reaktionen auf Sessions zeigen können. Besonders in Szenen mit emotionalem Tiefgang, Schmerzvergabe, Machtspielen oder Grenzerfahrungen ist ein nachträglicher emotionaler Einbruch möglich – nicht aus Schwäche, sondern als natürliche Reaktion auf Hormonabfall und psychische Spannungslösung.
Er entstand in den späten 1980ern in der US-Leder- und SM-Szene als Pendant zum SubDrop, um Symptome wie Erschöpfung, Zweifel oder hormonellen Abfall bei Tops zu benennen. Seit den 2000ern ist er auch im deutschsprachigen Raum etabliert und gilt heute als international anerkannter Szenebegriff.
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