ZAUMZEUG

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DEFINITION

Unter Zaumzeug versteht man im BDSM-Kontext eine besondere Form von Kopf- oder Mundgeschirr, das ursprünglich aus dem Reitsport stammt. Es besteht in der Regel aus Riemen, die um den Kopf gelegt werden, und einem Mundstück (z. B. Knebel oder Gebiss). Im BDSM dient Zaumzeug sowohl als Fixierungs- und Kontrollinstrument als auch als Symbol für Macht, Dressur und Besitz.

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PRINZIPIEN

Ein BDSM-Zaumzeug kann in verschiedenen Varianten vorkommen:

  • Klassisches Zaumzeug: Leder- oder Kunstlederriemen, die um Kopf und Kinn verlaufen, meist verbunden mit einem Gebissknebel.

  • Pony-Play-Zaumzeug: Stärker an das Reitsport-Vorbild angelehnt, häufig mit Zügeln, Stirnriemen oder Scheuklappen.

  • Hybrid-Formen: Kombination aus Knebel, Maske und Kopfgeschirr, oft dekorativ gestaltet.

Das Tragen eines Zaumzeugs schränkt die Bewegungsfreiheit des Kopfes und die Kommunikation stark ein, verstärkt das Gefühl von Ohnmacht und Unterwerfung und betont die Machtposition des Doms.

Psychologische Wirkung

  • Für Sub: Intensives Gefühl der Kontrolle und Führung; häufig auch Fetisch für Rollenspiele wie Pony Play oder „Objektifizierung“.

  • Für Dom: Möglichkeit, Sub buchstäblich „an die Leine“ zu nehmen und Macht sehr direkt auszuüben.

  • Symbolisch: Zaumzeug steht für Besitz, Gehorsam und Disziplinierung.

RISIKEN

Körperliche Risiken

  • Druckstellen oder Scheuerungen durch enge Riemen.

  • Atemprobleme oder Würgereiz bei Knebeln oder Gebissen.

  • Zahn- oder Kieferschäden bei falscher Anwendung oder zu harter Fixierung.

Psychische Risiken

  • Starke Gefühle der Entwürdigung oder Ohnmacht, die nicht von jedem Sub erwünscht sind.

  • Triggergefahr bei Personen mit sensibler Vergangenheit (z. B. Zwangserfahrungen)

NOTWENDIGE AUSRÜSTUNG

  • Kopfgeschirr aus Leder oder Kunstleder mit Schnallen oder Klettverschlüssen.

  • Mundstücke: Gebissknebel, O-Ring-Knebel, Ballknebel.

  • Optional: Zügel, Scheuklappen, dekorative Elemente.

  • Pflegezubehör: Lederfett, Desinfektionsmittel, um Hygiene und Haltbarkeit zu gewährleisten.

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ANWENDUNGS INFORMATION

Wichtige Hinweise

  • Zaumzeug darf niemals ohne Aufsicht getragen werden, da es Atemwege und Kommunikation stark einschränken kann.

  • Ein Safeword ist bei vollem Mund nicht möglich → alternatives Notsignal (z. B. Fallenlassen eines Gegenstands) muss vorher vereinbart werden.

  • Materialien müssen hautverträglich und sauber sein.

  • Anfänger sollten mit leichten und gut verstellbaren Modellen beginnen.

Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1

Ein Sub wird im Rahmen eines Pony-Play-Szenarios mit Zaumzeug und Zügeln ausgestattet. Der Dom führt ihn wie ein Pferd durch den Raum und gibt Kommandos über die Zügel.

Beispiel 2

Eine Domina fixiert ihren Sub mit einem Lederzaumzeug und einem Gebissknebel. Der Sub muss knien und darf nur auf Signal reagieren.

Beispiel 3

Im Rollenspiel wird Zaumzeug als Bestrafungsinstrument genutzt: Der Sub muss es für eine bestimmte Zeit tragen, als Symbol seiner Unterwerfung.

Fazit

Zaumzeug ist ein BDSM-Utensil, das stark mit Symbolik, Kontrolle und Rollenspiel verbunden ist. Besonders im Pony Play, aber auch in Disziplinierungs- und Fetischszenarien wird es genutzt, um Unterwerfung und Besitz darzustellen. Die körperlichen und psychischen Risiken machen klare Absprachen, sichere Anwendung und ständige Aufmerksamkeit des Doms zwingend notwendig.

LITERATUR

  • Gloria Brame: Different Loving (1993, Neuauflage 2017)
    Standardwerk zu BDSM und Fetischpraktiken, inkl. Pony Play.
    → erhältlich bei Amazon.de

  • Dossie Easton & Janet W. Hardy: The New Topping Book (2003)
    Praktischer Guide für Doms, auch zu Macht- und Kontrollspielen.
    → erhältlich bei Amazon.de, Thalia.de

  • Arne Hoffmann: Lexikon des Sadomasochismus (2001, deutschsprachig)
    Umfassendes Nachschlagewerk mit Einträgen zu Fetischen und Praktiken wie Pony Play.
    → erhältlich über AbeBooks und im deutschen Fachbuchhandel.

URSPRUNG

Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen „zoumb“ und bezeichnete im Reitsport die Kombination aus Kopfstück, Gebiss und Zügel, mit denen ein Pferd gelenkt wird. In die BDSM-Szene gelangte das Zaumzeug durch die Unterkategorie Pony Play in den 1980er- und 1990er-Jahren. Dabei schlüpfen Subs in die Rolle eines Reittiers und werden mit Zaumzeug, Sattel und anderen Utensilien „ausgerüstet“. Mit der Zeit etablierte sich Zaumzeug auch in anderen BDSM-Kontexten als Symbol für Kontrolle und

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