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Zweilochstute stammt aus der derben oder vulgären BDSM- bzw. Fetischsprache und bezeichnet in der Regel eine Person (meistens mit Vagina und Anus), die für analen und vaginalen Sex gleichzeitig oder abwechselnd zur Verfügung steht. Der Ausdruck wird häufig in einem objektifizierenden oder entmenschlichenden Kontext verwendet – z. B. bei Rollenspielen, in denen Menschen als „Nutztiere“ oder „Sexobjekte“ behandelt werden.
Der Begriff „Zweilochstute“ ist ein in bestimmten BDSM-Kreisen verwendetes Schlagwort, das in erster Linie zur Rollenbeschreibung innerhalb einer erotisierten Macht- und Objektifikationsdynamik dient. Er gehört zu einer Gruppe von Ausdrücken, die bewusst und gewollt dehumanisierend, derb und vulgär wirken. Wichtig ist deshalb vorwegzunehmen, dass dieser Ausdruck nicht im Alltagskontext genutzt wird und auch nicht ohne Einverständnis der beteiligten Personen angewendet werden sollte. Seine Bedeutung entfaltet sich ausschließlich in einem konsensuellen BDSM-Setting, in dem Rollenspiel, Machtgefälle und Objektifizierung zentrale Bestandteile sind.
1. Grundcharakter des Begriffs
In der BDSM-Sprache bezeichnet eine „Zweilochstute“ eine Person – fast immer in der passiven bzw. devoten Rolle –, die sich darauf einlässt, als sexuelles Objekt in einem Rollenspiel wahrgenommen zu werden. Die Bezeichnung spielt, wie viele BDSM-Termini, mit der Metapher des Tiers und des Werkzeugs: Sie soll das Gefühl erzeugen, dass die betroffene Person innerhalb des Szenarios nicht als Mensch mit sozialen Rollen wahrgenommen wird, sondern als ein Körper, dessen Zweck im jeweiligen Setting der Befriedigung bestimmter Bedürfnisse des dominanten Parts dient.
Trotz dieser sprachlichen Rohheit handelt es sich dabei um ein freiwillig akzeptiertes Rollenmuster, ähnlich wie Bezeichnungen aus Petplay, Hardcore-Objektifikationsfantasien oder extremen Dominanz-/Unterwerfungsszenarien.
Die Rolle basiert auf konsensueller Dehumanisierung – einem Bereich, der in der BDSM-Community sowohl faszinierend als auch sensibel betrachtet wird. Für manche lässt gerade die Distanzierung von der eigenen Identität während einer Session einen besonderen mentalen Zustand entstehen, der mit Begriffen wie „headspace“, „subspace“ oder „petspace“ beschrieben wird.
2. Psychologische Dynamik
Der Reiz dieses Rollenkonzepts entsteht häufig durch mehrere Faktoren:
a) Kontrolle und Hingabe
Für den dominanten Part verkörpert die Rolle der „Zweilochstute“ eine Form maximaler Kontrolle. Der devote Part wiederum nimmt bewusst eine Position ein, die vollkommene Hingabe symbolisiert. Dieser Austausch findet allerdings nur unter klarer Zustimmung und innerhalb einer vorher vereinbarten Grenze statt.
b) Entlastung von Verantwortung
Für manche submissiven Personen besteht der psychologische Reiz darin, temporär keine Entscheidungen treffen zu müssen und sich in eine Position einzufügen, in der sie lediglich auf Anweisungen reagieren. Gerade die Objektifikations- und Degradationskomponente kann zu einem intensiven mentalen Loslassen führen.
c) Verstärkung von Machtgefällen
Die Rolle kann als extremisierte Form eines D/s-(Dominanz/Submission-)Gefälles betrachtet werden. Die sprachliche Reduktion auf ein „Nutzobjekt“ ist ein Teil der Fantasie und hat meist nur im Spiel Bestand. Außerhalb des Rollenspiels erleben die Beteiligten sich wieder auf Augenhöhe.
d) Erotisierte Tabus
Der Begriff funktioniert auch, weil er soziale und sprachliche Tabuzonen berührt. Viele BDSM-Praktiken leben von der Grenzüberschreitung, die jedoch in einem sicheren Rahmen erfolgt. Das bewusst „Verbotene“ oder „Schmutzige“ verstärkt für viele die Intensität der Fantasie – ohne außerhalb der Session die gleichen Bedeutungen zu haben.
3. Einvernehmlichkeit und Grenzen
Wie alle intensiven BDSM-Formen ist die Rolle der „Zweilochstute“ nur sicher und gesund, wenn bestimmte Prinzipien beachtet werden:
a) Konsens
Ohne ausdrückliches Einverständnis und eine klare Absprache der Rollen ist diese Art der Bezeichnung nicht akzeptabel. Viele Paare oder Spielpartner haben festgelegte „Rollennamen“, die nur im Spiel verwendet werden.
b) Safewords und Stoppsignale
Da diese Form der Objektifizierung eine sehr starke psychologische Wirkung haben kann, sind Safewords unverzichtbar. Häufig kommen Begriffe wie „rot“, „gelb“ oder individuelle Codes zum Einsatz, um die Session jederzeit abbrechen oder verlangsamen zu können.
c) Nachgespräch (Aftercare)
Da die Rolle auf Degradierung basiert, ist Aftercare besonders wichtig. Dabei kehren die Beteiligten bewusst zu ihrer normalen emotionalen Nähe und Gleichberechtigung zurück. Dominante Personen stellen klar, dass das Rollenspiel nichts mit der tatsächlichen Wertschätzung des Partners zu tun hat.
d) Grenzen und Tabus
Je nach Person können spezifische Aspekte der Objektifizierung unerwünscht oder psychisch belastend sein. Deshalb müssen Grenzen vorher eindeutig kommuniziert werden. Manche nutzen Checklisten oder ausführliche Vorgespräche.
4. Einordnung im Spektrum der BDSM-Praktiken
Der Begriff „Zweilochstute“ gehört zu einer Gruppe von Fetischen, die auch als „Total Power Exchange“ (TPE), Objektifizierung oder Degradationsplay eingeordnet werden. Er überschneidet sich mit:
Gor-ähnlichen Dominanzfantasien
Extreme D/s-Dynamiken
Petplay und Animal Roleplay (z. B. Ponyplay)
Sexueller Dienstleistungs-Fantasie
Körperbezogener Objektifizierung
Während manche Menschen nur die verbale Seite dieser Rolle in ihre Sessions integrieren, nutzen andere den Begriff als Teil eines komplexeren Szenarios, das körperliche Positionierung, Dresscodes, Gesten und festgelegte Ritualabläufe umfassen kann.
5. Gesellschaftliche und ethische Perspektiven
Außerhalb eines BDSM-Kontexts ist der Begriff eindeutig beleidigend und entmenschlichend. Deshalb ist es essenziell, ihn niemals auf reale Personen anzuwenden, die nicht Teil eines entsprechenden Rollenspiels sind.
Ethik im BDSM basiert auf:
SSC (Safe, Sane, Consensual)
oder RACK (Risk-Aware Consensual Kink)
Beide Prinzipien stellen klar:
Objektifizierung ist nur dann legitim, wenn alle Beteiligten sie wollen, verstehen und kontrollieren.
6. Warum Menschen diese Rolle wählen
Menschen, die sich freiwillig als „Zweilochstute“ bezeichnen oder bezeichnen lassen, tun dies meist aus einem Mix folgender Gründe:
Wunsch nach extremer Unterwerfung
Lust an sprachlicher und körperlicher Entgrenzung
Erleben eines tiefen subspace
Befreiung von emotionalem oder sozialem Druck
Lust an Tabus und Grenzspielen
Vertrauen in einen dominanten Partner, das solche Szenarien erst ermöglicht
7. Grenzen des Begriffs
Trotz seiner Verwendung in BDSM bleibt der Begriff sehr hart, und nicht alle praktizierenden BDSM-Menschen finden ihn angemessen oder erotisch. Manche empfinden ihn als zu stark degradierend oder unvereinbar mit ihrer persönlichen Vorstellung von BDSM.
Es gilt deshalb stets:
Nur verwenden, wenn alle Beteiligten sich dabei wohlfühlen.
Solche Rollenspiele sollten unter den Prinzipien von SSC (Safe, Sane, Consensual) oder RACK (Risk Aware Consensual Kink) ablaufen.
Besonders wichtig ist hier der explizite Konsens, da Sprache und Praktik emotional wie physisch intensiv sind.
Physisch: Reizung oder Verletzung durch gleichzeitige Penetration, mangelnde Gleitmittel, Hygieneprobleme.
Emotional/psychisch: Belastung durch degradierende Sprache oder Objektifizierung – kann retraumatisierend wirken.
Sozial: Die Nutzung solcher Begriffe kann außerhalb des Kontexts auf Unverständnis oder Ablehnung stoßen.
Gleitmittel (wasserbasiert oder silikonbasiert, je nach Materialien).
Sexspielzeuge für vaginale und anale Penetration.
Kondome für Hygiene und Schutz.
Kommunikationsmittel (z. B. Safewords).
Er kann in bestimmten Praktiken oder dynamischen Settings Teil von degradierenden, dominanzbetonten Spielarten sein, insbesondere bei Fetischen wie Humiliation Play, Petplay, Breeding, oder Gang Bang-Szenarien.
Dauer/Intensität
Intensität und Dauer sollten an das Erfahrungslevel der beteiligten Person(en) angepasst werden.
Kombination von vaginaler und analer Stimulation erfordert Vorsicht, langsames Vorgehen und viel Kommunikation.
Eignung
Nicht geeignet für Anfänger ohne Vorbereitung.
Eher für erfahrene Submissives geeignet, die gezielt Objektifizierung oder Degradationsspiel suchen.
Vorbereitung
Einvernehmliche Absprache über Sprache, Praktiken, Grenzen.
Körperliche Vorbereitung, insbesondere für anale Penetration (z. B. Reinigung, Dehnung).
Klare Rollenverteilung und evtl. festgelegtes Codewort bei Überforderung.
Aftercare
Körperpflege (z. B. Reinigung, Wundversorgung).
Emotionale Unterstützung (insbesondere bei Humiliation Play).
Rückbesprechung der Szene, um mögliche Belastungen zu verarbeiten.
Sicherheitshinweise
Saubere Trennung von analer und vaginaler Penetration zur Vermeidung von Infektionen.
Immer auf Körpersignale achten – auch bei verbalem „rollenspielbedingtem“ Widerstand.
Vorab klare Kommunikation über den Gebrauch von degradierender Sprache.
Empfohlene Literatur
„SM-Handbuch“ von Matthias T. J. Grimme (für Humiliation Play & Dirty Talk)
„Playing Well With Others“ von Lee Harrington & Mollena Williams (englisch, über BDSM-Etikette und -Praktiken)
Zweilochstute: Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus „zwei Löcher“ (Vagina und Anus) und „Stute“ (weibliches Pferd) – letzteres spielt auf eine entmenschlichende Rolle an.
Verwendung vor allem in pornografischem oder extremem BDSM-Kontext.
Nicht Teil der klassischen BDSM-Terminologie, sondern eher aus der vulgären Alltagssprache in bestimmte Nischenszenarien eingeflossen.
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